Liebeserklärungen an Neuseeland

Ich hatte ja vorher keine Ahnung, nicht mal die Hobbit Bücher habe ich gelesen. Als ich einmal irgendeinen der Herr der Ringe-Filme in der Berliner Waldbühne sah, verstand ich nur Bahnhof, aber schon damals habe ich gedacht: da haben die ja mächtig viel Arbeit gehabt, um die Kulisse für den Film aufzubauen. Wie dämlich ich war.

Jetzt stehe ich vor der Kulisse, die gar keine ist. Alles ist echt und das macht mich fassungslos. Aber Neuseeland war keine Liebe auf den ersten Blick. Meine Reisefreunde Nina, Matze, Nadin und ich kamen nach 48 Stunden Anreise in Auckland an, es regnete. 

Unsere Anreise bestand aus ganzen vier Flügen (Berlin-München-Singapur-Auckland-Queenstown) – aber hatten wir richtig viel Glück und wurden von Singapore Airlines nicht nur auf allen Langstrecken in die luxuriöse Business Class upgegradet, sondern auch noch in die Silver Kris Lounge am Flughafen Singapur eingeladen. Das hat uns die 18.000 Kilometer-Reise ans andere Ende der Welt natürlich enorm erleichtert. Aber dann: Ankunft in Auckland. Es war kalt. Und nass. Unser Sommer ist auf der anderen Seite der Erde Winter. Mich erinnerte das Wetter bei der Anreise an unseren November. Und ich dachte nur: hoffentlich wird auch irgendwann mal die Sonne scheinen. Wie dämlich ich war.

Neuseeland ist ein 360 Grad Land. Was das heißt: Auf der Südinsel hätte ich mich Millimeter um Millimeter um meine eigene Achse drehen können und aus jeder Perspektive ein Foto schießen können. Jedes einzelne Foto wäre der Knaller gewesen. Darum: 360 Grad.

Wenn ihr noch ein paar Minuten Zeit habt, dann schaut euch doch mal dieses kurze Einstimmungsvideo von mir an:


Mein Neuseeland / My New Zealand from Angie Reisefreunde on Vimeo.

Schon am ersten Tag - nach dem ich mich müde und wacker auf den Beinen gehalten habe - kribbelte es im Bauch. Ich dachte, es sei nur eine kleine Verliebtheit, die man sich bekanntlich gern weit weg von zu Hause mal gönnt. Und ich habe das Gefühl erst mal abgetan. Wie dämlich ich war.


Mit jeder Unternehmung, mit jeder neuen Kurve auf der wir in unserem Wagen über die Insel zu einem neuen Ort düsten, wurde das Gefühl stärker. Die Menschen, denen wir auf unserer Reise durch Neuseeland begegneten, waren das Salz in der Suppe. Die Kiwis sind so freundlich, dass man es – gerade wenn man aus Berlin kommt – kaum fassen mag.

Fangen wir mit Paula an, die Frau die uns eingeladen hat. Ein Energiebündel, hilfsbereit, ein Organisationstalent, ein zauberhaftes Wesen, dass mit einem Lächeln durch das Leben läuft, so ansteckend und erfrischend, dass es jedem Menschen, der ihren Weg kreuzt, automatisch warm ums Herz wird. Ein typischer Kiwi. Mit ihr hatte ich meinen Bungysprung, trotz absoluter Angst vorm Fallen stand sie mit mir oben auf der Brücke und hat den Sprung gewagt und natürlich auch geschafft. Ich nenne sie Matchmaker, sie hat mich und Neuseeland zusammengebracht und mein ewiges Feuer für dieses Land entfacht. Paula hat uns Land und Kultur gezeigt, sich um uns gekümmert wie eine Mutter, Schwester und beste Freundin, hat uns zum Lachen gebracht und zum Abschied von ihr und ihrem wunderschönen Land auch zum Weinen. Das hätte ich so nie gedacht. Wie dämlich ich war.


Und dann erst meine Mitreisenden. Um mal aus dem Bloggerleben zu plaudern: nicht immer, aber manchmal bin ich mit mehreren Bloggern unterwegs. Oft ist die Stimmung gut auf Reisen, manchmal zwickt es an einigen Ecken. Aber noch nie war meine Reisegruppe so entspannt und homogen.

Meine erweiterte Liebeserklärung geht an Nadin, die ich noch nicht kannte und die für i-ref dabei war. Ein warmer Mensch, aufrichtig, ehrlich und lustig und vor allem: schockverliebt in alles, was in Neuseeland am Wegesrand auf vier Beinen auf Wiesen steht. Ihr vergnügtes Quietschen vor Freude und Aufregung, wenn sie Rehe oder Schafe aus dem Autofenster sah, hat mich auch nach neun Tagen nicht genervt, sondern mich gefreut. Ich werde nicht vergessen, wie sie am vorletzten Tag das große Los gezogen hat. Wir mussten auf einer schönen Landstraße stoppen, weil eine Schafherde auf eine andere Wiese getrieben wurde. Und Nadin stürzte aus dem Auto, sprang vor Freude jauchzen in die Luft, riss ihre Arme nach oben. Für ein Foto. Mit ihren Schafen. Herzerwärmend. Bei ihr flossen schon am zweiten Tag unserer Reise als erstes die Tränen, vor Rührung über die Schönheit der Landschaften, ihrer Dramatik. Tränen der Fassungslosigkeit. Ich dachte, so rührselig würde ich nie sein. Wie dämlich ich war.
Und Matze, einem der Macher von Mit Vergnügen, über den ich schon so viel gehört hatte, aber noch nicht persönlich kannte. Unser Quotenmann. Oft augenscheinlich ruhig, besonnen und doch völlig durchgeknallt, ehrlich und herzlich. Witze schossen wie Pfeilspitzen schnell und überraschend durch die Luft. Jedes Wort wie eine kleine Explosion, jedes Wort ein Treffer. Kein Tag, an dem ich nicht über seinen trockenen Humor lachen musste. Seine für Neuseeland kreierte Instagram Signatur Pose – eine Hand auf dem Bauch, eine Hand zum Peace Zeichen erhoben – werde ich genauso vermissen, wie seine lustigen, messerscharfen Sprüche. Und als dann auch bei ihm nach einer unseren Touren die Tränen durch die Drüsen flossen, hat er mein Herz erobert.


Nina, ich hoffe, ihr kennt sie schon, denn sie ist einer meiner liebsten Menschen auf dieser Welt – die tolle Frau hinter Smaracuja. So lange am Stück war ich noch nie mit ihr zusammen - und weiß ich jetzt mehr über sie. Was schön ist. Ich lieb sie eh heiß und innig und finde alles was sie macht einfach großartig. Aber zu sehen, wie sprachlos sie war über so viel Schönheit, mit welcher Hingabe sie die Natur filmte, wie schnell sie sich in das Fiordland verknallte und wie sehr auch sie sich in kleine Abenteuer stürzen kann - all das hat mein Herz noch weiter für sie geöffnet. Auch bei ihr kullerten dicke Tränen der Rührung über die unfassbare Schönheit von Neuseeland. Ein toller Mensch! Ich hoffe, wir bleiben Freunde, bis wir alt und tattrig sind.


Jaja, gefühlsduselig und dämlich, was für eine tolle Mischung. Aber ihr werdet sehen und lesen, was ich meine. In den kommenden Tagen verrate ich euch HIER, was ihr in Neuseeland machen müsst und warum ihr dieses Land unbedingt besuchen müsst. Unbedingt. Ohne wenn und aber. Ach ja, vor meiner Abreise hat mich ein Freund gefragt „Wie lange bleibst du eigentlich in Neuseeland?“ – Meine Antwort „Neun Tage“ – Worauf er fassungslos zurückgab „Das lohnt sich doch gar nicht“. Ich weiß jetzt: selbst für 24 Stunden Neuseeland würde ich gern wieder zurückkehren! Wer nicht nach Neuseeland will, der ist wirklich dämlich!


Mein Dank an Neuseeland Tourismus und Singapore Airlines für die Einladung.

Mehr über meine Reise nach Neuseeland gibt es HIER!

8 Kommentare:

  1. So ein schöner Post! Da freue ich mich schon jetzt auf die weiteren Beiträge zu Neuseeland und den Tipps :) Für mich geht es nächstes Jahr ins Kiwi-Land, gemeinsam mit einer Freundin ihre Tante besuchen.
    Viele liebe Grüße,
    Maren

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    1. Danke Maren, ich freue mich sehr für euch - du wirst staunen, wie schön es dort ist! Ganz viel Freude dort! Und wenn dir der Flug irgendwann zu lang vorkommt, denk dran: es lohnt sich wirklich, denn bald bist du im Paradies!
      Liebe Grüße
      Angie

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  2. Jede einzelne Zeile unterschreibe ich dir so komplett ... Och es war sooo schön und ich war sooo glücklich da. Ich hatte noch das Oberglück, dass wir im Februar 2013 da waren und so gut wie keinen Regen hatten. Wir wachten jeden Tag mit Lachen in unserem Camper auf und schliefen mit einem Lächeln auf dem Gesicht wieder ein ... so schön wars und um jede Ecke lag eine neue Zauberwelt ... WAHNSINN!!!

    Danke für das Gefühl hoch leben lassen.

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  3. oh wow!! da freue ich mich schon jetzt auf meine Aufenthalt ab Februar!!!

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  4. Hi Angelika,
    das ist wirklich ein ganz toller Bericht zu Neuseeland! Und dazu noch die Bilder und das Video... :) Hmm... was hält mich hier eigentlich noch?? ;)
    Liebe Grüße
    Melanie

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    1. Das frage ich mich auch!!! ;-) MUSS man hin, geht nicht anders!

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  5. Hi Angie,
    mir gefallen deine Berichte über deine Abenteuer. Es fühlt sich alles so unbeschwert an.
    Es ist schon sehr faszinierend wie schnell man sich in Neuseeland verlieben kann. Ich erlebe das gerade selbst.
    Viele Grüße
    Sven

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