Traumziel Malediven


Ich muss mich zweimal kneifen. Einmal weil ich hundemüde bin und jede Sekunde drohe einzunicken. Und noch einmal, weil ich dem Blick aus dem Flugzeug Fenster gar nicht richtig glauben kann. Die Malediven sind endlich unter mir aufgetaucht. Kleine weißgrüne Tupfer mitten im blauen Ozean. Wie im Film.

Male, die Hauptinsel der Malediven ist nach Columbo mein zweiter Stopp. Von hier aus geht es auf ein Boot das mich in zwanzig Minuten an mein Ziel bringt.

Mein Ziel heißt Four Seasons Kuda Huraa. Eine kleine paradiesische Insel, genau so wie man sich das in seinen schönsten Träumen vorstellt. 5 Sterne. Luxusurlaub wie immer bei Four Seasons. Gewöhnen kann ich mich wohl nie daran. Vom Boot aus sehe ich den weißen Strand, kleine Hüttchen stehen im Wasser. Und ich denke nur: Hurraaaaaa!

Ich werde von Trommlern begrüßt als ich auf die Landungsbrücke trete. Eine frische Kokosnuss wird mir gereicht. Die Szenerie und mein Jetlag lösen in mir Schwindelgefühle aus. Bin ich im Himmel?




Meine Unterkunft: ein wunderschöner Beachbungalow, mit nicht einsehbarem Garten, einem kleinen Pool und direktem Zugang zu langen Strand.  Das schöne große Bett lasse ich links liegen und hole meinen Schlaf draußen auf der bequemen Liege meiner Terrasse nach.

Erst als ich zwei Stunden später wie verkatert wach werde, begreife ich wo ich wirklich bin und schaue mich um. Mein unverschämt großes Badezimmer verlangt mir erst mal eine schwere Entscheidung ab. Drinnen oder draußen duschen? Erste-Welt-Probleme... ich weiß. Ich will meinen Aufenthalt dennoch genießen. Mein Beachbungalow ist gemütlich und elegant zugleich eingerichtet, das hat einen großen Vorteil: ich fühle mich gleich extrem wohl.

Wie fast jedes Hotel auf den Malediven ist auch das Four Seasons Kuda Huraa eine eigene Insel. Und die gilt es zu erkunden. Das ist recht einfach: Man kann eigentlich alles zu Fuß abgehen.
Ich gehe an mehreren Restaurants vorbei, eines schöner als das andere, sehe einen Kindergarten und eine Tauch-und Surfstation bis ich schließlich neugierig vor dem Marine Discovery Centre stehen bleibe. Das hätte ich hier nicht erwartet. Also rein.



Man erklärt mir, dass hier Wissenschaftler Gästen und einheimischen Schulklassen die regionalen Ökosysteme näher bringen. Dazu muss man wissen, dass die Malediven, deren Landteile teilweise nur knapp einem Meter über dem Meeresspiegel liegen, stark vom Klimawandel bedroht sind. Und nicht nur das. Die Korallenriffe, die die Inseln umgeben und die unzähligen Tieren Schutz und Nahrung bieten, wurden vor Jahren durch einen außergewöhnlich starken El Niño so angegriffen, dass sie abstarben und verbleichten. Deshalb entstand hier im Hotel über Jahre eines der größten Korallenförderungsprojekte. Gäste können Korallen ansiedeln und das Wachstum selbst von zu Hause nachverfolgen. Ein tolles Projekt. 

Auch die Meeresschildkröten, die hier leben sind gefährdet. Nur wenn der Meeresgrund genug Nahrung bieten und sie vom Speiseplan der Einheimischen verschwinden haben die Spezies eine Chance zum Überleben. Mir werden kleine Pools gezeigt, in dem winzige Meeresschildkrötenbabies in Ruhe aufwachsen können, bevor sie in Lagunen ausgesetzt werden.

Für mich ein guter und interessanter Einstieg. Mein weiteres Programm für meinen zweitägigen Aufenthalt ist recht entspannt. Als erstes darf ich mich im Spa verwöhnen lassen. Ich treffe auf Maria, die hier erst seit kurzer Zeit arbeitet. Sie kommt aus Costa Rica und hat dort auch schon in einem Four Seasons Haus gearbeitet. Sie führt mich in einen der Spa Räume, die wohl nicht schöner sein könnten.

Wer schon einmal bei einer Spa-Behandlung war, der weiß, dass man sich auf dem Bauch auf eine Massage Bank legt, den Kopf durch eine kleine Wulst steckt und dabei meistens auf einen kleinen Korb mit Blümchen schaut. Und dann irgendwann weg döst. Das ging hier in diesem Spa überhaupt nicht. Warum? Weil ich wohl den allerbesten Blick nach unten habe. Denn statt Blumenkörbchen befindet sich genau unter meinem kleinen Guckloch eine Aussparung im Boden – mit Blick auf das Wasser darunter. Immer wieder sehe ich kleine Fischchen und brabbele begeistert „Maria, Maria, I have seen a fish!“. Sie muss lachen.

Aber natürlich wird auch meine (nicht vorhandene) Sportlichkeit gefordert. Ich bekomme einen Surfkurs. Nach meinem letzten Erlebnis auf einem Surfboard bin ich frohen Mutes, dass ich grazil und lässig schon nach wenigen Minuten auf dem Brett stehe und eine coole Show abziehen kann. Und scheitere dennoch kläglich. Und das, obwohl mein Surflehrer genau so attraktiv ist, wie der meines ersten Surfversuchs. Ich knalle wie ein nasser Sack immer wieder ins Wasser. Erbärmlich. Zum Glück gibt es keine Dokumente in Bildfrom davon.

Auch mein Versuch, auf offenem Meer fischen zu lernen ist von Misserfolg gekrönt. Immerhin kann ich den Kapitän des Schiffes vorher überreden, mich bei voller Fahrt einmal ans Steuer zu lassen, während sich die Gesichter meiner Mitreisenden mit Skepsis und Angst füllen. Als dann auch noch eine Gewitterfront aufzieht und es wie aus Kübeln regnet, drehen wir um – ohne einen einzigen Fisch gefangen zu haben.


Aber am nächsten Tag scheint mir das Glück wieder hold. Die Sonne scheint, ich latsche in dem wohl schönsten Morgenmantel, den ich je in einem Hotel gesehen habe, mit meinem Kaffee an den Strand und genieße den Sonnenaufgang, der wieder ganz filmreif daher kommt. Bei einem morgendlichen Schwimmen sehe ich sogar zwei kleine Mantas.




Etwas später fahren wir mit einem der eleganten Boote auf’s Meer. Wir wollen Delphine beobachten. Just in dem Moment, als wir die ersten Kolonien sehen, bewegt sich unser Boot nicht mehr. Schiffbruch im indischen Ozean. Wir müssen alle lachen. Ein zweites Boot vom Four Seasons ist in der Nähe und nimmt uns auf. Und endlich, wenige Minuten später sind wir ganz nah dran und sehen einen großen Schwarm fröhlicher Delphine. Am liebsten würde ich jetzt ins Wasser springen und versuchen mit ihnen Kontakt aufzunehmen-  aber ich weiß, dass das aus guten Gründen nicht erlaubt ist. So schaue ich und lächele. 

Und plötzlich kapiere ich: Nichts aber auch nichts kann meinen Aufenthalt hier trüben. Kein Misserfolg auf dem Surfbrett, kein Gewitter, kein Schiffbruch. Es ist einfach zu schön hier. Ja, ich bin im Himmel. 


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Mehr Infos: Auf die Malediven bin ich SriLankan Airlines von Frankfurt via Columbo nach Male geflogen. Meines Wissens nach fliegt sonst nur Condor nonstop nach Male.



Das Four Seasons Kuda Huraa bietet noch unzählige weitere Aktivitäten an. Schnorchelausflüge und Tauchkurse sind darunter, für beides hatte ich leider keine Zeit. Wie so oft denke ich daher: „Beim nächsten Mal“ ;-)



Vielen Dank an SriLankan Airlines und das Four Seasons Kuda Huraa für die Einladung auf diese Reise.


1 Kommentare:

  1. Wow, das sieht einfach nur traumhaft schön aus und hört sich nach Deinen Erzählungen auch genauso an! Da würde ich auch gerne mal hin!

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