Die Sonne schien und die Luft war knackig frisch, als wir uns am vergangenen Sonntag im schönsten Pariser Herbstambiente auf den Weg zur Porte Clignancourt machten, etwa 20 Minuten Richtung Peripherique. Die "Puces de Saint-Ouen" bestehen aus gleich mehreren Märkten und liegen im Norden von Paris.Unsere Freunde sind Kenner, ließen routiniert ihre Blicke schweifen, während unsere Augen an Absurditäten hängen blieben. Skelette, hässliche Puppen, einem Berg alter Heizungen, gesprungende Schüsseln, Kisten voller Handschuhe, Froschvasen mit Perlen überzogen. Sie amüsierten sich köstlich über unseren zaghaften Versuche, echte Kunst zu erkennen. Wir staunten immer wieder über ihre Fähigkeit, unter Bergen von Trash wahre Schätze zu finden. Ein tolles Erlebnis.
Wer etwas Bestimmtes sucht, sollte vorher gründlich recherchieren, welche Markt angesteuert werden sollte. Andernfalls verirrt man sich und findet wahrscheinlich gar nichts.
Wir haben im Marché Paul Bert angefangen. Hier gibt es innen und außen unzählige Stände (wobei es ja keine Stände, sondern feste Buden sind, mit Türen, Dächern und Fenstern). Hochwertigere Antiquitäten, Möbel, Spiegel, Kronleuchter, ja sogar schöne Vintage Taschen der teuersten Designer werden hier verkauft. Allerdings sind die Preise hier nicht mit denen von unseren normalen Sonntags-Nachmittags Flohmärkten zu vergleichen. Der Marché Paul Bert ist ein wenig schicker.
Verlässt man den Marché Paul Bert in südwestlicher Richtung, kommt man auf den kleinen Hallenmarkt von L'usine, der eine ganz andere Atmosphäre hat. Hier steht zum Beispiel eine selbstgebastelte drei mal zwei Meter großer Gedenktafel für Lady Di mit Zeitungs-Schnipseln, Blumen und Herzen bemalt, neben einer alten Wahrsager-Maschine wie aus dem Hollywoodstreifen. Manch Händler schläft gemütlich auf seinem Sessel, andere sitzen zum Mittagesen zusammen, Wein und Zigaretten inklusive. Wir haben hier einen schönen alten Flaschenständer und einen alten Kupfertopf gefunden. Am Ende der Hallen nach rechts und schon kann man sich in dem zwar nicht erstklassigen, aber doch recht ordentlichen L'Opus Café stärken. Es gibt dort neben ganz klassischen Bistrogerichten ein paar italienisch angehauchte Speisen, wir haben es aber bei Foie Gras und Co belassen.
Danach ging es für uns weiter zurück auf die Hauptstraße der Märkte, der Rue de Rosiers, rechts raus von Paul Bert und ein paar Schritte runter und nach links zu dem riesengroßen Marché Vernaison, der an nichts mangeln lässt. Dieser Marche ist die Mutter aller Puces Märkte und es gibt ihn schon seit 1920. es scheint, als würden einige Waren, die man hier findet, ebenfalls seit dieser Zeit hier sein, samt Verkäufer. So viele skurile Dinge und Menschen findet mal hier. Wer ein ganz spleeniges Hobby hat und zum Beispiel Kronkorken sammelt, findet hier den richtigen Händler. Oder ein Faible für alte eingelegte Schlangen? Gibt es auch hier! Ein Flohmarkt-Traum...







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