Neuer Supperclub in Berlin

Einer der beliebtesten Post, die wir bisher hier veröffentlicht haben, war unser "Zeilen aus der Zwischenzeit - Supperclubs". Es scheint also, dass ihr euch für dieses Thema besonders interessiert. Über die dort genannten Quellen wurden wir schon mehrfach kontaktiert, auch von Caroline und ihrem Mann Tobias, die im September zum ersten Mal ihre Wohnungstür zum Thyme Supperclub öffnen werden. Spannend! Die beiden wohnen in Berlin im hübschen Winsviertel. Er ist Deutscher, sie ist Engländerin. Beide sind echte Foodies.

Also haben wir mal bei den beiden nachgefragt....

REISEFREUNDE: Warum eröffnet ihr einen Supperclub?

Caroline: Wir kochen unglaublich gern – und außerdem sind Tobias und ich gern Gastgeber. Seit Jahren schwirrt da diese Idee in unseren Köpfen, aber bisher hatten wir zwar entweder den Platz, aber nicht das richtige Ambiente, oder aber wir hatten die perfekte Atmosphäre oder aber nicht genügend Platz! Vor ein paar Monaten sind wir dann nach Berlin gezogen und auf einmal passte alles: jetzt haben wir eine schöne, große Wohnung. Wir kennen leider noch nicht viele Leute in Berlin. Aber wir wussten: der Supperclub wäre die perfekte Möglichkeit, um neue gleichgesinnte Menschen zu treffen.

Wann habt ihr zum ersten Mal über das Thema eigener Supperclub nachgedacht?
In den letzten zehn Jahren war ich sozusagen schon Amateur-Köchin, aber nur für Freunde und Familie. Anstatt einen Profi anzuheuern, haben meine Freunde eben mich gebeten, für sie zu kochen. Meistens für Partys - entweder bei anderen zu Hause oder bei uns. Der Supperclub ist eigentlich also nur eine Fortführung dieser Entwicklung. Jetzt aber lernen wir dabei auch noch neue Leute kennen. Toll!


Ihr schreibt in eurem Blog, dass ihr bis zu 18 Personen bewirten können. Wir stellt ihr das an und wie viel Arbeit macht es, für so viele Personen zu kochen?
18 Personen passen locker in unsere Wohnung. Aber für uns wäre es auch kein Problem, für noch mehr Leute zu kochen. Ich habe sogar schon mehrmals für 70 Personen in der Küche gestanden. Aber momentan fehlen uns noch die Stühle, um ganz viele Leute zu bewirten. Aber bei entsprechender Nachfrage kaufen wir noch schnell welche hinzu. Das ist kein Problem. Gläser, Geschirr, etc. sind eh zusammengewürfelt. Das macht einen Teil des Charmes unseres Supperclubs aus. Genau das ist es, was wir unseren Gästen bieten wollen: ein stilvolles, verspieltes Ambiente, und das Gefühl sich zu Hause fühlen zu können. Das ist doch viel schöner als in einem durch koordinierten, mit Michelin-Stern ausgezeichnetem Restaurant.


Wie sind die Vorbereitungen für so einen Abend?
Ohne die Menü-Auswahl dauert es etwa zwei Tage, um alles vorzubereiten. Am Tag vor dem Dinner habe ich die meiste Arbeit, ich bereite viel vor: zum Beispiel die Fonds für Suppen und Saucen oder alles, was gekühlt werden muss. Am Tag des Dinners stehe ich dann von morgens an in der Küche. Es gibt ein paar Gerichte, die nur im letzten Moment vor dem Servieren gekocht werden können, aber meist sind die Speisen schon so gut vorbereitet, dass sie nur noch kurz vor dem Servieren angemacht oder verfeinert werden müssen. Natürlich achte ich darauf, dass die Qualität nicht darunter leidet und gestalte den Menüplan entsprechend. Ein gutes Beispiel ist die Herstellung meiner Crispy-skinned baked potatoes, das Rezept und die Erklärung dazu gibt es hier (Link zum Blog vom Thyme Supperclub).


Haben ihr andere Supperclubs besucht?
Nein, aber das ist eine bewusste Entscheidung. Wir wollen unser Ding machen und uns nicht von anderen Supperclubs beeinflussen lassen. Teil des Charmes eines Supperclubs ist ja die persönliche Note der Gastgeber –und das soll auch so bleiben. Aber wir haben zu anderen Supperclub Gastgebern in Berlin Kontakt aufgenommen, wie zu Fisk & Gröönsaken. Das sind fast Nachbarn von uns. Sie haben eine ähnliche Philosophie wie wir, und wir werden uns bald mal zum Brainstorming treffen.


Was gibt es auf der ersten Supperclub-Nacht?
Alles wollen wir noch nicht verraten. Aber am Anfang reichen wir Canapes, danach gibt es ein leckeres Süppchen und danach wahrscheinlich einen Zwischengang mit Fisch.
Kurz vorher entscheiden wir über das Hauptgericht Ich tendiere für unseren Start aber zu Lamm-Spießen mit Kichererbsen-Püree und gegrillter Paprika. Das Dessert ist wahrscheinlich ein unglaublich saftiger Zitronenkuchen und eine Auswahl handgefertigter Pralinen und Petit Fours. Alle Rezepte gibt es auch auf unserer Blogseite.


Was ist für euch ein perfektes Dinner?
Gutes Essen, eine schöne Atmosphäre – eben dass sich die Menschen wohl fühlen. Wenn ständig sechs Kellner hinter mir rumwuseln, kann ich mich nicht entspannen und genießen. Ich denke, euer wunderbares, deutsches Wort "gemütlich" ist das Gefühl, wir in unserem Supperclub wollen. Dann wird aus einem Abendessen auch ein perfektes Dinner.


Wie macht ihr Werbung für euren Supperclub?
Wir haben gerade erst begonnen, die Mund –zu - Mund Propaganda Maschine anzuschmeißen. Im Moment versuchen wir unser Glück vor allem online, also über Facebook oder der Supperclub-Seite, über die wir euch kennengelernt haben. Unser größtes Problem im Moment ist, dass wir so wenige Menschen in Berlin kennen. Also bitte, Berliner Leser, kommt zu uns!  Außerdem kaufen wir einen großen Teil unserer Zutaten in kleinen Läden und wir hoffen, dass wir dort ein paar Flyer auslegen können. Ich habe auch einige Food-Blogger in Berlin kontaktiert, das ist natürlich eine tolle Zielgruppe für uns. Vor Sprachbarrieren muss übrigens keiner zurückschrecken. Wir sind zweisprachig, mein Mann ist Deutscher, ich Engländerin.

So viel Essen muss bezahlt werden. Wir handhabt ihr das?
Unser Ziel ist es nicht, an einem Abend Gewinn zu machen. Wenn das der Fall ist, ist das toll. Aber wir erwarten das nicht. Unser Gewinn sind die neuen Bekannten, die guten Gespräche und der gemeinsame Abend. Dennoch: gute Lebensmittel kosten Geld, wir bitten daher unsere Gäste um eine Spende.

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Allen Gästen viel Spaß und guten Appetit bei Caroline und Tobias- Reisefreunde werden im Herbst nach Berlin düsen und im Thyme Supperclub speisen!

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