Reiseblog Reisefreunde Interview mit Lookin for Jonny

Lookin for Jonny: Interview mit einem Weltreisenden

Oder warum es oftmals schöner ist, alle Pläne über den Haufen zu werfen

Reiseblog Reisefreunde Gewinne Jenkes Buch

Reisefreunde verlosen Jenkes erstes Buch

"Brot kann schimmeln, was kannst du?" Du kannst gewinnen!

Reiseblog Reisefreunde Hilfe gegen Hitzewetter

Es wird heiß: Vorbereitung auf Bangkok

Reisefreundes Tipps für schwüles Reisewetter

Florida Sunshine State Kurztrip Reisefreunde

Reisefreunde in Florida

Ab in den unterschätzten Sunshine State!

International Gestures Traveltip Travel Itch

Vorsicht, Fettnäpfchen!

Oder warum ein Ok-Zeichen in manchen Ländern zu einem blauen Auge führen kann

Istanbul City Guide Reisetipp Reisefreunde

Istanbul: eine irrer Mix, der süchtig macht

Ein rosaroter City Guide - denn wir haben uns verliebt!

Melbourne City Guide

24 Stunden in Melbourne

Ein Insider City Guide für die lebenswerteste Stadt Australiens

ITB Berlin Cocktailbars

ITB Berlin: Hier geht's zum Absacker!

Die besten Cocktailbars in Berlin, in denen man im Anzug nicht deplatziert wirkt

Damien Hirst Tate Modern

Futter für's Hirn!

Berlin, London, Paris, New York: Die besten Ausstellungen im Frühling 2012

Gidsy Berlin

A new way of travelling!

Or why we love Gidsy

Einmal um die ganze Welt!

Abenteuer Weltreise - Unsere Route, Teil 1

Welcome home!

Welcome to OUR home, Cologne. A city you should get to know!

Get romantic!

Where to stay and what to do in the top three romantic European cities

Ein Wochenende in Paris

Einmal im Jahr in die Stadt der Liebe. Ein Muss. Dieses Mal allerdings zu acht!

Wow! Zu Besuch im Kouzina Marina

Kölns einzigem Geheimrestaurant

Trüffelwochenende in der Toskana

Auf der Suche nach der Knolle, die Frauen angeblicher zärtlicher und Männer liebenswürdiger macht

Lobhudelei: Das Oyster in Köln

Wer dieses Kleinod nicht ausprobiert, ist selber schuld

Der Promi-Reisetipp: Constanze Rick über IHR Rom

Bei der Arbeit (v.l.n.r.): Conny on our blog, Jenny from the block

Bon dia, Barca! Hello Barcelona!

A visit to the wonderful Catalan City and its small, yummy secrets

24 Stunden Benelux: Ein LEKKER Ausflug zu den Nachbarn

Hummer satt, Pralinen for Presidents und ein antikes Dorf in Belgien

Burgertest in New York City

Eigentlich wollten wir in New York gesund essen und jeden Tag laufen gehen.... war wohl nix!

Männer-Urlaub in Schottland

Kurztrip in das Land der frittierten Mars-Riegel und der vielen Wee-Drams.

Nur zum Essen nach Singapur

Soup Tulang, Softshellcrabburger, Chicken Rice: Auf den Spuren von Anthony Bourdain

Interview mit einem Weltreisenden


"Lookin for Jonny" lautet der Titel des Weltreisenden Dennis, der vor knapp einem Jahr auszog, um das Weite zu suchen. Wir haben ihn bisher mit großer Spannung und Achtung auf seinem Blog, bei Facebook und bei Twitter verfolgt. Haben uns nicht satt lesen können an seinen schönen, lustige, traurigen, aufwühlenden Worten von unterwegs. Ihm haben Eichhörnchen aus der Hand gefressen, er hat in Asien einen Tanzkurz belegt, wurde auf eine ausschweifende Hochzeit eingeladen, ist an einem Traumstrand kollabiert, hat sich in eine Insel verliebt, ist von einem Düsenjet geärgert und verletzt worden und und und. Nicht mehr lange, dann ist seine Reise zu Ende. Dann hoffen wir darauf, dass er mal bei uns am Küchentisch sitzt und alle unsere weiteren Fragen beantwortet. Bis dahin haben wir ihm per e-Mail die wichtigsten rund um seine Reise geschickt:

Reisefreunde: Wie bist du auf die Idee gekommen auf Weltreise zugehen? 

Dennis: Ich reise schon immer gerne, wer tut das nicht! Mein größter Traum war es, einmal in die Südsee zu reisen, an den schönsten Stränden der Welt in der Sonne zu braten, puderfeinen weißen Sand unter meinen Füssen zu spüren und auf eine türkisblaue Lagune zu schauen. Und wenn ich schon mal da unten bin und einen 30 Stunden Flug hinter mich gebracht habe, der mich ein Vermögen kostet, auch einen Abstecher nach Australien zu machen. Und Neuseeland muss man schließlich auch gleich mitnehmen liegt nun mal auch in der Nähe...so kommt man schnell auf 5 Monate. Wenn man einige Zeit gearbeitet hat, kommt dann irgendwann dieses „Das-hab-ich-mir-verdient-Gefühl“ auf, dem man Rechnung tragen will. Eine Auszeit nehmen, die Arbeit, Arbeit sein lassen und mal was zurück bekommen, sich was gönnen. Wenn einem bewusst wird, wie schnell das Leben vorbei sein kann und das man im Grunde sein Leben lang für etwas spart, das sich Rente nennt, ohne die Gewissheit, diesen Lebensabschnitt jemals erreichen zu können, macht es irgendwann klick. Ich arbeite jetzt, also will ich auch jetzt leben.


Reisefreunde: Wie lange bist du schon unterwegs und wie lange wirst du noch unterwegs sein?

Dennis: Ich bin „im 11. Monat“ und arbeite mich langsam wieder Richtung Heimat. Vielleicht noch zwei oder drei Monate, mal schaun. Einen Plan gibt es schon lange nicht mehr. Ich entscheide heute, was ich morgen mache und wo ich übermorgen hinreise.

Reisefreunde: Welche Länder hast du schon bereits und welche Länder willst du noch sehen?

Dennis: Ich habe mit der klassischen Weltreiseroute angefangen, bin dann etwas abgedriftet und schließlich im Zickzack gereist (weiß auch nicht, was da los war).
Ich war in Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien, Australien, den Cook Islands, Bora Bora, Tahiti und 3 weiteren Inseln auf Französisch Polynesien, bin dann wieder zurück nach Bali und Singapur (weil´s so schön war), Kambodscha (Achtung, hier gibt es keinen Mac Donalds!), zum dritten mal nach Singapur, dann Hong Kong, Macau, in die USA und die Karibik - Dominikanische Republik, Puerto Rico und St. Maarten auf den niederländische Antillen, nochmal zurück in die USA und bin nun in Israel gelandet. Nach Israel geht’s sicher nach Jordanien und Griechenland und der Rest Richtung Deutschland ist offen, vielleicht Spanien, vielleicht Italien, vielleicht die Türkei.


Reisefreunde: Erzähl uns von deinem schönsten Erlebnis auf der Reise!

Dennis: Unheimlich emotional zerrüttend aber eben auch schön ist es, zu realisieren, dass man sich irgendwo weit weit von zu Hause entfernt „zu Hause“ fühlt. Und das kommt nicht oft oder gar nicht vor. Es ist schnell mal eben gesagt, dass man irgendwo an einem Traumstrand leben könnte. Das halte ich aber für absoluten Unsinn. Bora Bora ist sicher eine der schönsten Orte, die ich jemals sah, und leichtfertig ist daher gesagt, dass man am liebsten dort bleiben würde, spätestens nach 2 Monaten würde ich jedoch mit dem Kopf gegen die Wand rennen. Und dann sind da diese unerwarteten Orte, die es in sich haben. Die vielleicht keinen Strand zu bieten haben, kein Meer, keine großartigen Sehenswürdigkeiten, aber die Dir das Gefühl geben, Du bist angekommen, hier willst Du bleiben. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, das ist der Sechser im Lotto des Weltreisens und kann womöglich Dein gesamtes Leben umkrempeln. Und das hat im Wesentlichen nur mit einem zu tun – Menschen!

Reisefreunde: Und das bisher enttäuschendste Erlebnis?

Dennis: Australien!

Reisefreunde: Wie und warum bist du auf die Idee mit dem Blog gekommen?

Dennis: Im Vorfeld einer Reise sind Blogs die rettenden Anker, die einem in der Planungsphase unheimlich weiterhelfen und auch motivieren, an seinen Plänen festzuhalten, gerade, wenn man den großen Schritt geht, Job und Existenz in Deutschland aufzugeben. Ich wollte meine Erfahrungen ebenfalls weitergeben an diejenigen, die sich wie ich, ebenso planlos und hilflos fühlten, als die Idee Formen annahm. Außerdem hielt ich es einen Blog für die beste Form, meine Erlebnisse als Alleinreisender zu verarbeiten und mit jemandem zu teilen – eben mit der ganzen Welt. Und das hat sich bestätigt, meine Erinnerungen sind wesentlich stärker, mir wird beim Schreiben zum Teil erst bewusst, was ich erlebt und wie ich es empfunden habe und ich dokumentiere für mich selbst das schönste Jahr meines Lebens. Sich aufzuraffen, ein Tagebuch zu schreiben, das niemand liest, ist wesentlich schwieriger, als zu bloggen, insbesondere, wenn Leserzahlen rasant ansteigen und man plötzlich Feedback und sehr nette Mails erhält. Vielen Dank dafür.

Reisefreunde: Du schreibst in deinem Blog wirklich sehr persönlich, wie reagieren deine Leser darauf? Musst du dich manchmal zurücknehmen?

Dennis: Ja, muss ich. Auch wenn ich unheimlich viel positives Feedback erhalte, dass man sich als Leser oftmals wie ein „Mitreisender“ fühlt. Es gibt Dinge, die ich wieder herausnehmen muss, weil man sie einfach erlebt haben muss, um die Erlebnisse nachvollziehen zu können. Sonst wirken sie lächerlich oder überzogen. Oder aber ich müsste hundert Seiten mehr schreiben, um die Umstände detaillierter zu beschreiben. Außerdem gibt es Dinge, über die man nicht schreiben kann, weil Blogleser relativ sensibel reagieren und bestimmte Dinge nicht lesen wollen, meist leider die negativen Erlebnisse, obwohl sie es sind, die Dich letztendlich auf der Reise maßgeblich prägen. Man liest halt lieber über Traumstrände als Krankheiten oder lieber über relaxtes Inselleben, anstatt Überfälle, Unfälle und Kriminalität. Ein wenig Stoff muss ich mir auch fürs Ende aufbewahren...das Beste kommt bekanntlich immer zum Schluss. Vielleicht werde ich dann nochmal sehr persönlich. Es gibt unheimlich viel Interessantes, Skandalöses und Schönes, über das ich bisher bewusst nichts gebloggt habe.

Reisefreunde: Gab es Situationen, in denen du deine Weltreise in Frage gestellt hast? Wenn ja, in welcher? Wie hast du dich danach wieder motiviert?

Dennis: Ich habe die Reise nie infrage gestellt, bis ich die Armut in Kambodscha, neben den üblichen Touristenpfaden sah. Und damit meine ich nicht bettelnde Kinder am Strand, sondern wirklich schreckliche Bilder von im Müll wühlenden Kindern, die nach Essbarem oder allem Verwertbarem gesucht haben, vor Dreck stanken und mit einem derart leeren Gesichtsausdruck vor mir standen, dass ich mich für alles schämte, was ich besaß, tat oder wer ich war. Ein Vermögen für eine Reise auszugeben, während andere Menschen hungern, war für mich zunächst tatsächlich fragwürdig. Allerdings bin ich im Nachhinein dankbar für diese Erfahrung und habe nur durch diese Reise die Möglichkeit gehabt, damit konfrontiert zu werden. Das ist auch das beste Beispiel für den Wert des Blogs. Denn durch ihn hatte ich die Möglichkeit zum einen mein Erlebnis zu verarbeiten, zum anderen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen und außerdem, es weiterzugeben an andere Reisende. Das hat mich letztendlich auch motiviert, das Erlebnis für mich positiv und nicht negativ zu werten.

Reisefreunde: Was hast du bisher über dich oder das Reisen gelernt?

Dennis: Dass jeder Gedanke, dass es sich dabei um einen langen Urlaub handelt, reine Illusion ist. Urlaub und Weltreisen sind zwei Paar Schuhe. Ich habe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehr Stress, als zuvor im deutschen Alltag mit einem Vollzeitjob. Der geht eben nur von 8 bis 16 Uhr und das Wochenende ist frei. Reisen ist ein Vollzeitjob, nimmt unheimlich mit, ist anstrengend, kann frustrieren, es klappt nichts, wie Du es erwartest, die Organisation unterwegs nimmt wahnsinnig viel Zeit in Anspruch, Beschaffung von Informationen ist selbst im Internetzeitalter in vielen Ländern ein Abenteuer, Reiseführer sind für die Tonne, und trotz allem...es ist das größte Projekt Deines Lebens und letztendlich doch wieder wunderschön, weil Du an scheinbar unüberwindbaren Herausforderungen gewachsen bist. Für daheim gebliebene wird das lächerlich klingen. Aber die Realität sieht so aus, dass man zu Hause ein wahnsinnig gemütliches Leben führt, seine Komfortzone praktisch nie verlassen muss, während man unterwegs Lebensumstände akzeptieren muss, zu denen man in Deutschland vielleicht niemals bereit gewesen wäre.

Reisefreunde: Was kannst du anderen mit auf den Weg geben, die ebenfalls eine Weltreise planen?

Dennis: Nicht zu viel zu planen. Maximal die ersten zwei Monate machen Sinn und dann kommt definitiv alles anders, als man denkt. Meine Erwartungen wurden fast nie erfüllt. Es war immer komplett anders, als ich es erwartete. Und die Liste der zu bereisenden Länder wird sowieso länger anstatt kürzer. Man erhält so viele Tipps von anderen Reisenden und ändert seine Route schneller, als gedacht.

Und ich würde empfehlen, regelmäßig Pausen einzulegen und auch mal 3 bis 4 Wochen an einem Ort zu bleiben. Aber vorsichtig bei längeren Aufenthalten. Die nächste Herausforderung ist dann, rechtzeitig wieder den Absprung zu schaffen. Das war für mich vor allem in Singapur eine unmenschliche Herausforderung und ist mit unerwartet intensiven Emotionen verbunden, die man so vielleicht noch nicht von sich kannte.


Reisefreunde: Und nun noch eine kleine Liste, bei der wir dich bitten möchten ganz kurz und knapp zu antworten:

Reisefreunde: Was vermisst du?
Dennis: Körnerbrot

Reisefreunde: Welches Reiseutensil ist ein MUSS für Weltreisende?
Dennis: Ohrenstöpsel

Reisefreunde: Was braucht man nicht?
Dennis: Das kurioseste und unnötigste was ich bei mir hatte war eine...(festhalten) Alarmanlage für Rucksäcke. Habe ich nach 2 Monaten zurückgeschickt nach Deutschland. So ein Schwachsinn.

Reisefreunde: RTW-Ticket oder selber buchen?
Dennis: Auf jeden Fall selber buchen. Flexibilität wiegt stärker als Kostenersparnis.

Reisefreunde: Lieber Strand oder Land?
Dennis: Eindeutig Schlaand!

Vielen Dank an Dennis - auch für die wunderschönen Fotos. Und euch Reisefreunden sei noch mal ans Herz gelegt, lest Dennis Blog!!!!

Habt ihr Fragen an Dennis????

Gewinne Jenkes Buch!

Reisefreund Jenke hat die halbe Welt gesehen. Auf fast allen Kontinenten ist er schon gewesen, hat Pizza in Neapel gebacken, Stutenmilch in der Mongolischen Steppe geschlürft, hat neben bekifften Bettelmönchen meditiert und sich das Rezept für ein langes Leben in Ecuador verraten lassen. Aus vielen dieser Geschichten ist nun sein erstes Buch "Brot kann schimmeln, was kannst du? Meine wildesten Jobs" im Piper-Verlag erschienen und darauf sind wir mächtig stolz. (Einen großen Teil des Buchs hat er übrigens bei unfassbaren 39 Grad Celsius in Nord-Zypern geschrieben!) Grund genug, hier auf unserem Reiseblog unser erstes Gewinnspiel zu starten. Wir verlosen fünf Bücher, handsigniert - versteht sich von selbst. Die perfekte Urlaubslektüre für euch!


Wenn ihr Lust habt, eines von fünf Büchern mit persönlicher Widmung zu gewinnen, dann könnt ihr ganz einfach mitmachen, in dem ihr

1) Fan unserer Facebook-Seite Reisefreunde werdet (falls ihr es nicht schön längst seid).
Dazu einfach auf http://www.facebook.com/reisefreunde gehen und "Gefällt mir" klicken. Also nicht den Beitrag, sondern die ganze Seite "liken" :-D

2) außerdem bitte folgende Frage beantwortet: in welcher Stadt war Jenke als Essenskurier unterwegs?


3) und uns verratet, für wen die Widmung sein soll

Ist also recht einfach! 

Die Lösung schickt ihr bitte zusammen mit euren vollständigen Namen und eurer Postanschrift ganz einfach per e-Mail an: jenkesbuch (at) googlemail.com


Viel Glück, 


Eure Reisefreunde Angie & Jenke



Einsendeschluss ist der 10. Mai 2012. Bei mehreren richtigen Einsendungen/Antworten entscheidet das LosJeder Teilnehmer muss zum Zeitpunkt der Teilnahme volljährig sein. Minderjährige Teilnehmer müssen laut gesetzlicher Bestimmungen eine Teilnahmeerlaubnis ihres gesetzlichen Vertreters vorweisen. Die Gewinner werden schriftlich per E-Mail benachrichtigt. Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Für jeden Teilnehmer (natürliche Person) ist nur ein Gewinn möglich.  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Im Rahmen der Gewinnverteilung behalten wir uns vor, personenbezogene Daten, wie zum Beispiel Name, Vorname und Adresse der Gewinner anzufordern. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt der Teilnehmer seine Einwilligung zur Speicherung dieser Daten. Solche personenbezogenen Daten, die im Rahmen der Gewinnermittlung erhoben werden, werden unter keinen Umständen an Dritte weitergegeben oder für Werbezwecke verwendet. Die angeforderten Daten werden nach Verteilung der Gewinne unwiderruflich aus unserer Datenbank gelöscht.



Meine Vorbereitung auf Bangkok: Was tun bei schwüler Hitze?


Um gleich eines vorne weg zu nehmen: Diesen Post schreibt eindeutig Angie. In wenigen Tagen habe ich Locken. Jenke hat die ja eh. Ja, ich weiß. Manche Menschen hätten gern Locken. Ich mag meine aber nicht. Sie melden sich immer, wenn die Luftfeuchtigkeit über 65 Prozent ansteigt. Ich habe alles versucht: teure Glättungscremes, Lotionen, Sprays. Vergangenes Jahr habe ich in Singapur eine Stunde lang im eh schon heißen Hotel-Badezimmer gestanden und versucht mit meinem Glätteisen Wunder zu vollbringen. War nix. Meine Haare sind original fünf Minuten glatt geblieben, dann kamen die Locken.

Die Wetteraussichten für unsere kommende Bangkok-Reise sind also lockig – bei bis zu 84% Luftfeuchtigkeit.  Naja. Und dann die Hitze. 37 Grad sollen es werden. Ich weiß jetzt schon, dass mir das nicht so gut bekommen wird. Jenke allerdings kommt da erst auf Betriebstemperatur. Der Angeber. Für alle anderen und mich habe ich deshalb mal die wichtigsten Tipps zusammenrecherchiert. Was tun bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit?

# Die wohl goldene Grundregel lautet: Viel trinken. Viel heißt ab 30 Grad Celsius allerdings nicht 2 Liter. Viel heißt in diesem Fall auch gern mal 3 Liter. Oder auch vier.  Gern darf es dann auch mal etwas warmes sein. Kein Scherz.

# Da der Körper bei starker Schweißproduktion auch Mineralstoffe braucht, sind dabei isotonische Getränke in Maßen geradezu perfekt geeignet ,um den eigenen Haushalt wieder auf Trapp zu bringen. Eine leichte Gemüsesuppe ist aber auch perfekt. 

# Wer in tropischen Gefilden unterwegs ist, hat endlich genug Gründe, superleichte und bequeme Flatterkleidung zu tragen. Am besten aus Baumwolle. Eng anliegende Kleidung bleibt am besten zu Hause.

# Ganz wichtig: die Mittagshitze sollte man wirklich meiden. Siesta heißt das Zauberwort. Freue ich mich persönlich jetzt schön drauf. Ich denke da an drei bis vier Liter Thai-Eistee im Schatten. Und diverse Zeitschriften. Herrlich!

# Wer von selber noch nicht drauf kommt: morgens und abends duschen. Aber auf keinen Fall kalt duschen! Sondern lauwarm. Sonst bringt ihr eure Poren noch mehr in Schwitzstimmung.

# So oft es geht, zwischendurch die Arme mit kühlem Wasser benetzen.

# Nur bei Hitze, weniger geeignet bei starker Luftfeuchtigkeit: luftdurchlässige Hüte tragen.

# Und jetzt für uns Damen: keine schweren Cremes auftragen, kein stark deckendes Make-up benutzen, leichtes Körperpuder benutzen

Ach ja, ich werde noch einen kleinen Fächer mit nach Bangkok nehmen. Irgendwie freue ich ich jetzt doch auf meine Locken!

Und jetzt ihr: Was hilft euch bei großer Hitze?

Kurztrip ins wundervolle Florida


Manchmal kommt es anders als man denkt. Besser? Ich hatte mir viel vorgenommen und mal wieder hat Mutter Zufall es anders gedreht, aber ganz von vorn.  Am Mittwoch Nachmittag in Frankfurt -   die Vorfreude steigt. Die nette Lufthansa Mitarbeiterin drückt mir die Bordkarte nach Florida in die Hand. Juhu! Standby Flug? Checkt! Ich sitze bequem und döse ein wenig – die 10 Stunden vergehen sprichwörtlich im Flug. Ich lande in Orlando, abends um 18Uhr. Und wie immer warte ich lange, bis ich endlich dem netten Herren von der Einreisebehörde den Grund für meine Reise nennen darf: „I am looking for Sunshine“. Ich hole meinen wie immer zu schweren Koffer und zische ab, um meinen Mietwagen zu holen, den ich passenderweise bei einer Verlosung der Autovermietung Hertz gewonnen habe. 


Der  freundliche Hertz Mitarbeiter bekommt große Augen, als er bemerkt „Wow, they made a cool reservation for you. You have an Infiniti“. Sagt mir erst mal gar nichts, aber als ich mein Gefährt sehe, ist klar. Das ist wirklich fetter Wagen! So tippe ich mein Ziel Tarpon Springs ins Navi ein und los geht’s.  Zugegeben, die Straßen sind abends so leer, dass ich mich zusammenreißen muss, nicht mal ordentlich auf’s Gaspedal zu drücken – bin halt ein deutsches Mädchen und ich würde den Wagen zumindest gern mal testen - aber ich verkneif es mir!

Abends um zehn erreiche ich Tarpon Springs. Mittlerweile fallen mir fast die Augen zu. Aber sie werden wieder größer, als ich die vielen schönen Häuser sehe, an denen ich vorbeirolle. Süß! Ist mein erster Eindruck. Und so grün hier. Unglaublich.

„You have reached your final destination“ höre ich endlich aus dem Navi. Und so stehe ich vor meinem Ziel: dem wunderschönen Haus von John und Linda, meiner Airbnb-Bleibe, die ich für meinen Aufenthalt gebucht habe. Ich werde herzlich von beiden empfangen. John und Linda sind genau die Nachbarn, die man sich wünscht. Offen, freundlich, lustig. Sie zeigen mir die Wohnung, die einen eigenen Eingang hat, über zwei Schlafzimmer, einem Bad, einem Wohnzimmer, einer vollausgestatteten Küche samt Riesenkühlschrank und einer traumhaft schönen Terrasse verfügt. Alles süß eingerichtet. Besser geht’s nicht und eigentlich zu groß für mich. Aber für 60 Euro die Nacht (inklusive Frühstück im Kühlschrank) einfach perfekt. Ich schalte die Klimaanlage aus (typisch deutsch), den Ventilator an und haue mich ins Bett.

So soll es sein: Sonnenschein und Vogelgezwitscher weckt mich um 7Uhr. Ich setzte mich raus auf die Terrasse und kann mich am Anblick der grünen alten Bäume und Palmen kaum satt sehen. Dennoch: Hunger!  So mache ich mich auf nach New Port Richey, wo mein Bruder im Herzen Hans wohnt.  Ich werde sofort von seinen Hunden begrüßt. Wir gehen zuerst eine Runde spazieren –ich fühle mich inmitten einer Desperate Housewives Serie, die Straßen sehen aus wie die Wisteria Lane. Danach sind wir dran und wir bestellen uns amerikanisches Frühstück in einem nahen, alten Café mit French Toast und Spiegeleiern Over easy.

Es folgt Shopping: wir schlendern durch ein paar Geschäfte in der Nähe. Ich bin immer wieder auf’s Neue von amerikanischen Supermärkten beeindruckt und natürlich auch geschockt. Oft komme ich mir in ihnen vor wie ein kleines Mädchen aus einem unterentwickelten Land. Auf der anderen Seite bin ich froh, nicht so eine dem Konsum erlegene Heimat zu haben. Wie dem auch sei: es ist faszinierend zu sehen, was es dort alles gibt. Und wie dort Geld gemacht wird.

Abends fahren Hans und ich nach Port Richey. Während die Sonne in allen satten Rottönen untergeht, und die Schiffe malerisch in den Sonnenuntergang schippern, Vögel kreischend vorbeiziehen, werden im Seafood Inn Fisch und frische Meeresfrüchte ausgepackt. Zweimal in der Woche kommt hier ein Fischer mit frischem Fang vorbei. Und man kann sich direkt vom Kutter die Ware aussuchen und zubereiten lassen. Ein Himmel für Feinschmecker! Der Andrang ist groß. Um die Wartezeit zu überbrücken und den ersten Hunger zu stillen, wählen wir deshalb etwas anderes von der normalen Karte: Chicken Wings in Knoblauch Parmesan Marinade. Köstlich. Danach kommen die frische Austern, die hier lächerlich wenig kosten, gegrillte Jakobsmuscheln und ein gegrillter Hummerschwanz auf den Tisch. Dazu spielen drinnen zwei Cowboybehütete Jungs Western Music. Ein amerikanischer Traum.

Der nächste Tag wird ereignisreich für mich. Hans hat zu tun (er vermittelt deutschen Kaufwilligen schöne und günstige Häuser in Florida) und ich beschließe, Tarpon Springs zu erkunden. Ich schlendere nach downtown, das kaum drei Minuten zu Fuß von meiner Unterkunft entfernt liegt. Gleich am Anfang der Einkaufsstraße sehe ich ein großes Denkmal, ein Kunstwerk aus gemalten Partien und aus Spiegeln. Darauf dankt die Stadt einer „Mother Meres,“ die anscheinend einen grünen Daumen hatte dazu noch und ein Herz aus Gold. Eine Frau ist groß abgebildet, sie sieht exotisch aus. Vielleicht aus Indien, vielleicht aus Südamerika. Später soll ich ihren Ur-Ur-Enkel treffen, der mich aufklärt. Denn die Frau, die hier abgebildet ist, ist gar nicht seine Verwandte. Zunächst aber treffe ich auf zwei ältere Damen, die vor dem Kunstwerk stehen und mir verraten, dass es eine Künstlergruppe vor Jahren zu Ehren der ersten Einwohnerin des Ortes geschaffen hat. Diese Mother Meres hieß eigentlich Amelia Petzold und kam aus Leipzig. 

Sie hatte ein Faible für schöne Gärten und pflanzte einige exotische Palmen, Blumen und Obstbäume an. Alles Sorten, die es damals in Florida noch nicht gab. So prägte sie nahhaltig das tropische Aussehen der gesamten Region bis heute. Nach ihrer Vorliebe sind auch heute noch die lecker klingenden Straßennamen von Tarpon Springs benannt. Ich wohne in der Lemonstreet, die parallel zur Limestreet verläuft. Beide stoßen an die Orangestreet und hinterm Haus findet man die Kiwi und die Bananastreet. All das erzählen mir die beiden bezaubernden Damen – und natürlich auch, wie schön sie Deutschland finden. Beide waren schon mal da. Die beiden müssen dann zu ihrer Yogastunde und ich bummel weiter. Gleich um die Ecke verschwinde ich in den Untiefen eines hübschen Antiquitätenladens, der mich in den Bann zieht. Allerlei Firlefanz wird hier verkauft. Ich ergattere eine alte Milchflasche. Viel schöner ist aber der Umstand, dass bevor ich zahlen will, ein älterer Mann den Laden betritt und der Verkäuferin ein paar Dinge anbietet - kostenlos. Unter anderem ein altes Jahrbuch der ortsansässigen Schule, woraufhin die Verkäuferin so gerührt ist, dass sie in Tränen ausbricht. Sie hätte nicht gewusst, dass die Schule schon so alt sei. Daraufhin erklärt der Mann, dass das alles aus dem Erbe seine Oma stamme, die die Tochter von Mother Meres gewesen ist. Ich werde hellhörig und mische mich ein. Er erzählt mir, dass die Frau, die auf dem großen Gemälde abgebildet ist, nicht seine Urgroßmutter ist, sondern eine fremde Frau. Die Künstler hätten ein falsches Bild von der echten Mother Meres gehabt – und somit eine Fremde verewigt. Die Geschichte trockneten dann auch die Tränen der Antiquitäten-Verkäuferin. Und so plaudern wir noch entspannt eine Weile miteinander.

Ein paar Schritte weiter frühstücke ich (spät) bei Toula’s Trailside Café. Hier gibt es alles, was man sich unter einem echten amerikanischen Frühstück vorstellt. Pancakes in allen Variationen, Rühreier, Breakfast Sandwiches, Früchte und French Toast. Ich habe meinem inneren „Engelchen & Teufelchen“ den Gefallen getan, einen Obstsalat und ein richtig fieses Peanutbutter-Banana-French Toast zu bestellen. Und nur ein lächerliches Viertel geschafft. Die Portionen sind so unglaublich und unschaffbar groß. Der Kaffee ist übrigens ebenso typisch amerikanisch eher schlecht. Einen viel besseren Kaffee gibt es um die Ecke, wieder auf der Hauptstraße bei Underground Coffee House oder bei Eco Bean Coffee Shop.

Zwei Läden weiter geht mein Herz auf. Nicht nur, weil es hier bei Mad Hatter außergewöhnliche Dinge gibt, die ich eigentlich allesamt gern kaufen und mitnehmen würde, ich entscheide mich aber für ein schönes Kleid, ein paar Ohrringe und ein paar Päckchen Knabberinsekten für Jenke. Ich komme auch nach einiger Zeit ins Gespräch mit der Besitzerin Corinne. Ihre Eltern stammen aus Deutschland und schnell quatschen wir uns fest und sind uns sehr sympathisch. Ihre Tochter möchte im Sommer gern ein Praktikum in Berlin in Textildesign machen. Wer also jemanden kennt, der so einen Job anbietet, der soll sich bitte bei uns melden! Wir sollen uns noch einmal privat später wieder sehen – und spätestens dann glauben, dass wir uns schon lange kennen.

Den Nachmittag verbringe ich auf meiner eigenen großen Terrasse, geniesse die Sonne, blättere ich Zeitschriften und trinke literweise Eistee. Abends finde ich über Foodspottin (kennt ihr nicht? Eine super App!) ein grandioses asiatisches Restaurant und lade Hans dorthin ein. Es heißt Zen Forrest, ist nicht weit entfernt und ist mit Sicherheit eines der besten Restaurants der Gegend. Es gibt asiatisches Allerlei. Wir bestellen Dumplins, kurz gebratenen Tunfisch, gebratenen Fisch  und wir mampfen glücklich vor uns hin. Sogar eigene Drinks haben die Foodies hier kreiert. Unter anderem einen Cransaketini aus Cranberries, Sake und Martini. Lecker. Wenn ich nicht noch fahren müsste...... wenig später falle ich kaputt ins Bett.

Tag drei in Florida beginnt wieder mit viel Sonnenschein und einer Zwangsjoggingrunde durch Tarpon Springs. Bei so viel gutem und reichhaltigen Essen muss da einfach sein. Die Gegend eignet sich hervorragend zum laufen, ich schaffe es einmal um den See im Städtchen herum. Dafür habe ich mir auch wieder ein gutes Frühstück verdient. Ich gehe zu Danny K’s Café um die Ecke. Ich bestelle Eggs Benedikt. Neben mir sitzt ein dünner Mann, der sehr freundlich aussieht. Er fragt mich etwas. Aber ich verstehe ihn nicht, sein Akzent ist mir fremd. Ich muss zweimal nachfragen, bis ich verstehe, dass er mich um einen Job bittet. Er sei Schwammtaucher in Tarpon Springs gewesen (das mal genau dafür bekannt war) und nun würde er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Als ich ihn frage, wie viel Geld er gerade dabei hat, blickt er zu Boden und flüstert „40 cents“. Ich will hin zum Frühstück einladen, aber er lehnt ab. Ich insistiere mehrfach, bis er zusagt. Er bestellt sich die günstigste Frühstücksvariante auf der ganzen Karte. Ich bestelle noch ein paar Eier hinterher. Er heißt John und kommt aus Kentucky. Es gesellen sich zwei weitere Männer aus dem Ort dazu. Schnell kommen wir alle ins Gespräch und reden über die derzeitige wirtschaftliche Lage. Viele einfache Arbeiter haben ihre Jobs verloren und mähen nun bei reicheren Landsleuten den Rasen oder waschen Autos. Mir schnürt sich die Kehle zu. Davon sieht man hier fast nichts. Überall fahren dicke Autos, auf den Gewässern sieht man schicke Boote. Häuser werden gebaut. Das erzählt auch einer der Männer in der Runde. Er ist aus Aushilfsarbeiter bei einem Hausbau angeheuert worden. Ich frage ihn, ob er um eine Job für John bitten kann. Er verspricht es. Ich drücke John in einem unbeobachteten Moment noch ein bisschen Geld in die Hand und wünsche ihm alles gut. Ich hoffe, dass er es schafft. Ich finde es schwierig, auf Reisen Geld zu geben. Oft lauert eine Masche dahinter und Kinder oder Frauen werden vorgeschickt. Wir kennen alle das gemeine Spiel mit unserem schlechten Gewissen. Hier ist es anders. Ich sehe, wie schlecht es John geht. Ich kann direkt helfen und weiß, dass ihm das bisschen Geld ein paar Tage über die Runden helfen wird. Ich hoffe es zumindest.

Mit einem flauen Gefühl im Magen fahre ich wieder zu Hans und wir düsen gemeinsam nach St. Petersburg Beach, einer Landzunge bei Tampa um uns den sagenumwobenen Sonnenuntergang anzuschauen. Auch hier sprechen wir noch lange über meine Erlebnisse vom Mittag. Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Der Sonnenuntergang versöhnt meine Stimmung ein wenig. In starken Rottönen versinkt die Sonne im Meer. Und wir machen Fotos wie blöde. Um die Ecke essen wir abends eine nicht weiter erwähnenswerte Pampe. Die Touristenquote ist hier in St. Pete, wie der Ort genannt wird, ist offensichtlich zu hoch für gute Qualität. Schade.

Am nächsten Morgen erkunde ich die Sponge Docks von Tarpon Springs. Also den Schwammhafen, an dem früher die Schiffe mit den Schwammtauchern und ihren Fängen angelegt haben. Mittlerweile ist daraus eine Art griechisches Disneyworld geworden. Denn Tarpon Springs ist fest in griechischer Hand. Überall gibt es Gyros Pita und auffällig viele Schilder mit der Anpreisung, es gäbe Abend Bauchtanz. Seit wann ist das Griechisch? Wie dem auch sei. Ich kauf einem wirklich talentierten Maler ein hübsches Bild ab und erkunde einen kleinen Gewürzladen. Natürlich ist auch diese Besitzerin deutschen Ursprung und ein „Big Fan oft he Black Forrest“. Ich gebe ihr ein paar Tipps, wie sie günstig nach Deutschland und umherkommt. Lustig.

Nachmittags fahren wir wieder ans Meer. Gleich bei mir um die Ecke nach Howards Park. Kein Vergleich leider zum ruhigen Strandabschnitt in St. Pete. Es wimmelt von Menschen – und von Strandflöhen. Wir haben trotzdem unseren Spaß, da Hans’ Schwester Tina  und seine gesamte Verwandtschaft ist da. Abends dann ist Hans’ Burger Time! Er hat da ein Rezept, das einfach unfassbar ist. Die Burger gab es schon zum Ess-Experiment von Jenke. Fies, aber gut. Die Burger sind der Knaller und die beste Schlaftablette, die es gibt. Kaum liege ich in meinem Bett fallen mir die Augen zu.

Auch deshalb wollen wir am darauffolgenden Tag ein bisschen sportlich sein und fahren nach Weeki Wachee in den Norden. Dort gibt es neben einer skurrilen Nixenshow, die seit den 50er Jahren läuft, ein wunderschönes Stück Natur. Den Weeki Wachee River, der dort entspringt. Hans hat ein Kajak und wir machen uns auf den Weg. Ich traue meinen Augen kaum. So klares Wasser kenne ich nicht mal von Sansibar! Die Hauptattraktion des Flusses sind aber die gemütlichen Seekühe, die hier zu bestimmten Zeiten leben und gemächlich ihre Runden ziehen. Aber nicht immer sieht man sie.

Wir sind gerade ein paar Minuten auf dem Wasser, da kommen uns enttäuschte Gesichter entgegen. Heute wären keine Seekühe zu sehen. Wir paddeln weiter. Und siehe da – gleich um die Ecke sehen wir doch die erste Seekuh. Juhu! Ob Männlein oder Weiblein können wir nicht erkennen. Hans fordert mich auf. „Los, rein ins Wasser.“ Also gleite ich vorsichtig rein. Ich will die Seekuh nicht erschrecken. Ich weiß schon, dass man sie nur ganz vorsichtig mit einer Hand am Rücken anfassen soll. Sie sind ganz friedlich, man soll nicht versuchen, sie festzuhalten, das sollte klar sein. Vorsichtig strecke ich meinen Arm aus. Die Haut fühlt sich ganz anders an, als ich dachte. Nämlich sehr sehr rau. Nicht weich oder glitschig. Einfach nur sehr rau. Ich freue mich wie ein Kind. Macht das einen Spaß. Die Seekuh ist wahnsinnig schnell und ich schaffe es nicht, gegen die Strömung flussaufwärts hinterherzukommen. Also klettere ich wieder ins Boot und wir folgen. Das Seekühe in Englisch Manatees heißen, nennen wir unseren neuen Freund Manfred. Wir paddeln noch eine Weile hinter ihm her, plötzlich kommen zwei weitere Seekühe hinzu und grasen mit Manfred genüsslich den Boden nach Essbarem ab. Wir wollen die Tier in Ruhe lassen und paddeln weiter Richtung Quelle. Das Wasser wird immer klarer. Wir legen noch mal eine Schwimm – und eine Picknikrunde ein, und sind dann nach vier Stunden so platt, dass wir umdrehen. Zweimal sehen wir noch, wie große Wasserschildkröten ein entspanntes Sonnenbad nehmen und uns ganz nah heranlassen. Wunderschön. Wir rudern mit der Flussströmung zurück und werden ordentlich von Mücken zerstochen, weil mittlerweile unser Schutz beim Baden flöten gegangen war. Aua. Abends kocht mir Hans noch ein Essen. Dann düse ich nach Hause. 

Eigentlich hätte ich noch längere Zeit in Florida verbringen wollen, aber ein Anruf bei der Reisestelle macht mir einen Strich durch die Rechnung. Der Flug, den ich für meine Rückreise geplant habe, ist so voll, dass es aussichtslos ist, mitzukommen. Auch die Tage danach sind so gut gebucht, dass ich stehen bleiben würde. Also buche ich spontan um und verabschiede mich schweren Herzens von Hans. Ich treffe allerdings noch Corinne von Mad Hatter zum Lunch wieder. Wir haben uns viel zu erzählen, irgendwie stimmt die Chemie zwischen uns. Zum Kaffee lädt sie mich noch in ihr zauberhaftes spanisches Haus ein. Das schönste, dass ich je gesehen habe. Ein Traum. Ich treffe ihren netten Mann und ihre liebe Mutter, die einst vor etlichen Jahren aus Eberswalde nach Amerika geflohen ist. Wir Weiber verstehen uns gut – und schnell vergeht die Zeit. Viel zu schnell. Ich muss in den Wagen steigen und mich beeilen, damit ich den letzten Flieger mit Restplätzen noch bekomme. Aber wir bleiben in Kontakt, das steht fest. Mein Resümee: Florida habe ich unterschätzt. Ein wundervolles, grünes Land, das unglaublich vielseitig ist und eine Menge zu bieten hat. Die Menschen sind hier entspannter als in New York. Sehr freundlich und offen. Soviel habe ich nicht geschafft und gesehen. Also komme ich wieder. Hoffentlich bald.

Alle Fotos von meiner Reise nach Florida findet ihr auf der Reisefreunde-Facebook Seite. Wem's gefällt : bitte liken.

Ich habe auch schon einen kleinen Trailer zur Reise fertig, der "größere" Film folgt noch. Einen Vorgeschmack gibt es hier!

Wollt ihr auch nach Florida? Dann informiert euch bei VisitFlorida! 
Ach ja - und hier nun der Film zur Reise:



Share

Twitter Delicious Facebook Digg Stumbleupon Favorites More

 
Google Analytics Alternative