Italien Wochen!

Mailand, die Lombardei und Emilia Romagna

Sommer in London

Sonniger, günstiger und schöner als gedacht

Mein Neuseeland

Meine Abenteuer am schönsten Ende der Welt

New York: Die besten Tipps von Locals

Schön, wenn man Freunde hat, die sich auskennen

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Die coolste Kleinstadt Amerikas

Berlin in Maryland

Zum Meer, zum Meer ....

Auf dem zur Küste von Virginia

4,3,2,1... mein Geburtstag im Camper

Party auf vier Rädern, durch drei US-Staaten, mit zwei Freunden und einer Erkenntnis

Sweet home Alabama?

Abseits von Bluebell - kein Hart of Dixie

Buntes Mississippi

Roadtrip Südstaaten - auf den Spuren der Natchez Indianer

Das schwere Erbe der Südstaaten

Erste Einblicke hinter die schönen Kulissen

Mein Amerikanischer Traum

Roadtrip durch die Südstaaten der USA

Das Essen auf den Philippinen

Eine kulinarische Rundreise mit Reisefreunde

Von Delfing-Babies und Zicklein

Meine Tour ins Paradies nach Pamilacan

Ein perfekter Tag auf Bohol

Meine Lieblingsinsel auf den Philippinen

Warum ich auf Palawan im Knast gelandet bin

Und was PSY damit zu tun hat

Banaue: Der Schatz von Tan An

Reisen macht glücklich

"Don't be instant tourists"

Meine magische Begegnung mit Virginia, einer Reisbäuerin in den Philippinen

Betrübt nach Banaue

Unglück und Glück liegen manchmal nah beieinander

Sagada - wo die Särge hängen

Beste Aussicht für freie Seelen

Vigan, alte Stadt mit jundem Herz

Der Ort, an dem die Menschen mein Herz im Sturm eroberten

Die Philippinen - endlich!!!

Erster Stop: Tanz auf dem Vulkan Pinatubo

Reise durch Jordanien

Am Toten Meer und durch die Ruinen von Petra

Shanghai - eine erste Annäherung

Auf der Suche nach dem alten Shanghai

Inselhopping auf den Malediven

Und warum in meinem neuen Domizil ein Sofa im Sand steht

Kapstadt: Unterwegs mit der Condor Crew

Ihre besten Tipps für die Metropole Südafrikas

Mein Tag als Flugbegleiterin bei Condor

Nenn mich bloß nicht Saftschubse

Curacao: Ich mach dann mal blau

Auftakt zu einer bunten Reise

Mein Wochenende in Brügge

Eine überraschend schöne und ruhige Stadt

Unendliche Weiten

Mein Bilderbuch Amerika - aus der Windschutzscheibe

Hit the road, Gigi

Zum ersten Mal in meinem USA Road Trip Wohnmobil

Heartland USA: Start ins Abenteuer

Und am liebsten gleich alles nochmal...

Singapur - im Streetfood Himmel

Einen ganzen Tag lang nichts als bestes Essen...

Schatzsuche im Bretonischen Meer

Und man denkt, man ist in einem Film gelandet

Ein Sommer-Wochenende in Glasgow

Das coolste Hotel und die besten Locations in der schottischen Metropole

Lombardei: Lecker!

In der Lombardei ist die Welt noch in Ordnung. Auf jeden Fall in den Töpfen der regionalen Küchen. Schon nach zwei Tagen allerdings ahne ich dass ich -  wenn ich länger hier bleiben würde -  wahrscheinlich fünf Kilo zunähme. Ich frage mich im Prinzip die ganze Zeit wieso ich überall drei bis vier Gänge verspeisende klapperdünne Italienerinnen sehe. Es ist einfach nicht zu fassen. Wie machen die das? Ich werde es wohl nie herausfinden. Fakt ist aber, dass bei mir das italienische Essen in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit ansetzt. Übrigens, nicht wichtig für diesen Artikel, aber ich schreibe ihn gerade bei einem Glas Aperol Spritz, mitten in meiner Mailänder BlogVille WG sitzend. Das Leben könnte schlechter sein. Aber zurück zum Essen...


KULINARISCHE SPEZIALITÄTEN AUS MANTUA
Eine der Spezialitäten der Stadt Mantua in der Lombardei ist Tortelli. Nein, da fehlen keine Buchstaben. Tortellini gibt es in der Emilia Romagna. Tortelli hingegen sind kleine Teigtaschen gefüllt mit würzigem Kürbis, der mit Amaretto und Mostardo  (süßscharfe eingelegte Senffrüchte zubereitet wird, für mich ein herrlich neues Geschmackserlebnis. Das ganze wird in ordentlich viel Butter mit Salbei geschwenkt und obendrauf gibt es eine Handvoll Käse . 


Norditalien hat da mit der Bretagne viel gemeinsam – irgendwo gibt es auch hier den „Butteräquator“ –  in der norditalienischen Küche wird statt Olivenöl eben Butter verwendet. Getrunken wird vornehmlich Lambrusco, der so rein gar nichts mit der ersten und auch schlechten Alkohol-Erfahrung meiner späten Jugendzeit zu tun hat. Er schmeckt erfrischend und überhaupt nicht süß – aber ihn zu bestellen weckt in mir böse Erinnerungen aus der Zeit als ich 17 Jahre alt war. Völlig unbegründet natürlich! Einfach und gut ist auch der „Riso alla Pilota“,  ein in Brühe gekochter Reis mit Salsiccia, den es wirklich in fast jedem regionalen Restaurant gibt. 

PASTA-KURS IN DER LOMBARDEI 
Ein paar Kilometer weiter in Sabbioneta. Die „ideale Stadt“ aus den Anfängen des Mittelalters ist noch immer vollständig von der antiken Stadtmauer geschützt. Wer durch ihre Tore schaut, denkt dahinter läge eine viel größere Gemeinde, ein kleiner Trick um Eindringlinge von damals abzuschrecken. Auf ein paar schöne Kirchen und eine Synagoge ist Sabbioneta stolz. Aber es gibt einen Wehmutstropfen bei all der pittoresken Schönheit des Örtchens: leider hat auch Sabbioneta das Erdbeben zu spüren bekommen, das Norditalien vor zwei Jahren heimgesucht hat. Nun braucht die Stadt dringend Geld um ihre Kunstwerke langsam wieder zu renovieren. Ich hätte da einen Vorschlag: Vielleicht sollte einfach Anna Maria mehr Kochkurse geben. Dann würde die Stadt nämlich überflutet sein mit zahlungskräftigen Touristen aus aller Welt. 

Denn Anna Maria Boni und ihre Familie stellen Pasta her, die so köstlich ist, dass es sich  lohnen würde extra dafür hier herzureisen. Ich darf mitmachen und lernen. Ihre Teigtaschen sind etwas anders, haben einen leichten Twist und sind nicht so süß wie die aus Mantua. Die Zubereitung ist mühsam, allein bis man aus dem Kilo Mehl und den drei Eiern per Hand einen geschmeidigen Teig geknetet hat vergehen locker 30 Minuten. Anna zeigt mir, welche herrliche gefüllte Pasta man mit dem Teig herstellen kann und später dürfen wir kosten. Himmlisch!
BUTTER BEI DIE PASTA 
Etwas weiter nördlich von Mailand, fast schon an der Grenze zur Schweiz bin ich im kleinen Örtchen Chiavenna unterwegs, das malerisch eingebettet in einem Tal zwischen hohen Bergen liegt. Da ist es auch nur logisch, dass man hier sogar noch fetter und kräftiger isst. Chiavenna ist ein Slow Food Mekka, eine „Cittàslow“ -  viele Restaurants der Stadt haben sich also der Vereinigung angeschlossen, die seit Jahren für ein regionales und genussvolles Essen plädiert – als Gegenbewegung zu Fast Food sozusagen. Eine Spezialität des Ortes sind in Unmengen von Butter schwimmende Pizzoccheri, eine Pasta aus Mehl, Milch und einer unverschämt großen Portion Käse, die mit stärkehaltigen Kartoffeln und knusprig gebratenem Salbei serviert wird. Köstlich, aber mächtig. Nix für Menschen auf Diät. Ich weiß es nicht genau, aber ich könnte schwören, allein auf meinem Teller im Restaurant "Al Cenacolo" befanden sich 100 Gramm Butter. Unglaublich. Gekocht werden diese Spezialitäten in einem großen Topf aus Speckstein, ebenfalls ganz typisch für diesen Ort. Vorher gab es Bresaola, ein hauchdünner luftgetrockneter Schinken, den ich so in dieser Qualität noch nie gegessen hatte. Hervorragend!
 

Als Aperitivo, also dem kleinen Snack vor dem eigentlichen Abendessen in Italien, war ich per Zufall bei "Crotto Belvedere" in Chiavenna gelandet und ich schwöre: dort gab es die beste Pancetta (ebenfalls ein dünner Aufschnitt eines luftgetrockneten und leicht geräucherten Bauchspecks, daher mit hohem Fettanteil), den ich je in meinem Leben gegessen habe. Basta! 


Stracciatella in Bergamo
Man lernt nie aus. Stracciatella, die Eis Sorte meiner Kindheit, die ich so geliebt habe, kommt aus Bergamo! Die Stadt liegt nur eine Stunde von Mailand entfernt und hat in ihrer „Città Alta“ - also ihrer Altstadt die hoch oben am Berg liegt -  einige kulinarische Höhepunkte zu bieten. Neben der Polenta, die hier auch als Streetfood serviert wird, bekommt man im alt eingesessenen „La Marianna“ bestes Eis – denn genau hier wurde Stracciatella erfunden. Am besten zum Mitnehmen bestellen und dann direkt auf einer der unzähligen Bänke setzten und die Aussicht genießen. Besser geht es nicht!
 

Und jetzt für mich erstmal nur noch Salat!


Meine Reise ist Teil der Blog Ville Kampagne von iambassador in Kooperation mit Emilia-Romagna tourism board und der Regione Lombardia. 

Mehr Geschichten aus Norditalien gibt es hier bei mir und auf allen Social Media Kanälen unter dem Hashtag #BlogVille.



Die kleinen Schätze von Mantua

Stundenlang könnte ich mir den abgeplatzten Putz an den Palästen anschauen, ich finde ihn schön und poetisch. Die Italiener gehen an ihm vorbei. Nur bei ihren offensichtlichen Schätzen, der großen Architektur, ihrem fantastischen Essen und Weinen, bei ihrer Kunst in allen Darbietungsformen wird wohl jeder, der in diesem Teil Europas geboren wurde, seine rotweißgrüne Flagge hochhalten und mit geschwellter Brust „Viva l’Italia“ brüllen.

Stundenlang könnte ich mir den abgeplatzten Putz an den Palästen anschauen, ich finde ihn schön und poetisch. Die Italiener gehen an ihm vorbei. Nur bei ihren offensichtlichen Schätzen, der großen Architektur, ihrem fantastischen Essen und Weinen, bei ihrer Kunst in allen Darbietungsformen wird wohl jeder, der in diesem Teil Europas geboren wurde, seine rotweißgrüne Flagge hochhalten und mit geschwellter Brust brüllen: „Viva l’Italia“.
 
Mantova in der Lombardei. Die Gassen sind eng und natürlich bezaubernd. Die Arkadengänge zum Dom sehen aus wie aus einem italienischen Filmklassiker, und die Bewohner des Städtchens trinken mit ihren Freunden gestikulierend einen „Café“ oder einen Spritz oder radeln mit Körbchen voller Köstlichkeiten durch ihre Stadt.

Auf den ersten Blick also ein normales italienisches Städtchen. Aber Mantua, wie es auf Deutsch richtig heißt, ist normal und doch wieder nicht. Die Stadt und viele ihrer Bauten zählen zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Palazzo Ducale, der Fürstenpalast des Ortes, trägt kleine Geheimnisse und erzählt Geschichten aus längst vergangenen Tagen. Zum Beispiel dass der ehemaligen Herrscher Vinzenzo I. Gonzaga ein echter Weiberheld war. Er hielt sich einen Harem und verprasste das Geld seiner reichen Familie für Frauen. Aber: er machte aus Mantua auch zu einem der Zentren für Kunst in Italien. Er wird als Entdecker Rubens gefeiert, den er auf einer Reise traf und ihn mit nach Mantua brachte.

Der Glanz der alten Zeit ist sicherlich vorbei, geblieben sind die imposanten Paläste, die wunderschönen Kirchen, verwunschen aussehende Häuser und die romantische Lage an blauen Seen. Wer wie ich auf opulente Fresken steht, kann in Mantua so richtig in die Vollen schlagen. Unter anderem hatte ich das große Glück, zur kurzfristigen Öffnung einer der schönsten Freskenmalereien vor Ort zu sein: In der „Camera degli Sposi“ im Castello di San Giorgio. 

Der Raum, einst Gästezimmer für hochrangige Besucher des Kastells, war streng genommen für diese Zwecke völlig ungeeignet: es gab nämlich viel zu wenig Licht in dem abgelegenen Zimmer - und zu klein war er auch. Also wurde das Zimmer künstlerisch verschönert – und zwar so geschickt, dass er nicht nur größer, sondern auch lichtdurchflutet wirkte. Der Künstler Andrea Mantega hat hier ein Meisterwerk geschaffen – auch ich würde hier gern liegen und stundenlang einfach nur verzückt an die Decke glotzen. Aber wenn der Raum bald wieder für die Öffentlichkeit verschlossen ist, dann tut's in meinem Fall sogar auch eine alte blätternde Fassade mit einem rostigen Telefon dran. Ach, bella Italia!
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Italien-Wochen bei Reisefreunde

Ich mag kein „Mäcces“, darum schreib ich nicht mal den Namen des entsetzlichen Fastfood-Ladens aus. Aber eines, wer hätte das gedacht, habe ich mit den Filialen gemeinsam: auf Reisefreunde beginnen nämlich jetzt Italien-Wochen!

Ich tippe diese Zeilen bei sommerlichen 27 Grad sitzen in der Lombardei. Ein Birra Moretti steht neben mir und zwei Nächte habe ich schon in schönen kleinen Städtchen Mantova verbracht und hab den Mund nicht zubekommen vor so viel Schönheit an einem Fleck. 

Es werden noch weitere neun Nächte und Tage folgen, die ich in dieser oberitalienischen Region verbringen werde - und einen großen Teil davon in Mailand. Das schöne dabei ist: ich darf hier leben wie ein Gourmet-Einheimischer. In der Lombardei steht unter anderem ein Pastakurs auf meiner To-Do-Liste, in der Emilia Romagna werde die besten Tagliatelle Bolognese essen und kostbares Balsamicoessig probieren. Erst hatte ich vor bei George Clooney am Lago di Como vorbeizuschauen, aber da der nun anscheinend vollends vom Markt zu sein scheint, werde ich mich geschlagen geben und das sein lassen. 

 Foto meiner WG ab Montag (C) Halldis
In Mailand lebe ich nach Jahren mal wieder in einer kleinen WG. Mein Blogville Apartment scheint selbst anspruchsvollen Geschmäckern zu genügen, meine Mitbewohner, Heather aus Kanada und Marinella aus Finnland habe ich auch bereits kennengelernt. Heute Abend ziehe ich ein – angeblich wartet dort schon ein Korb mit den Spezialitäten aus der Lombardei und der Emilia Romaga auf mich -  vorbei gebracht von meinem lieben Freund Nick.


Es wird also recht gemütlich und vor allem lecker zugehen in den kommenden Tagen. Das ist dann wohl eine weitere und letzte Gemeinsamkeit mit Mäcces. Ich werde sicherlich zunehmen.

Ihr könnt bei meinen anderen kleinen Abenteuern live bei Instagram, bei Twitter und natürlich bei Facebook folgen. 


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Mehr spannende Geschichten gibt es unter dem Hashtag #BlogVille. 

Von einer coolen Zeitreise und hübschen London-Boys



London dampft unter den 30 Grad und der knalligen Sonne. Mir läuft der Schweiß von der Stirn. In zwanzig Minuten bin ich verabredet – aber wenn ich jetzt noch zur Bahn rennen müsste würde ich vollends durchgeschwitzt ankommen. Also muss ein Taxi her. Nur eine Minute an der Straße muss ich warten, dann hält ein klassisches Black Cab vor meinen Füssen. Der erste Blick auf den Fahrersitz lässt mich zögern. Ist das wirklich ein Taxifahrer oder doch ein älteres Fotomodell?



Steven heißt mein Fahrer, und er ist nicht nur gutaussehend, sondern auch wahnsinnig freundlich. Wir unterhalten uns die wenigen Minuten Richtung Hoxton. Ich solle mir unbedingt die Pop-Up Stores von Secret Cinema anschauen, sagt er. Die seinen besonders cool. Ich muss schmunzeln: sie standen eh schon auf meinem vorrecherchierten Programm, und später will ich eh vorbeischauen. Schnell also fällt unser kurzer Talk auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Und wie fast jeder, dem ich in London in diesem Sommer begegne, gratuliert auch er mir (!) zum Gewinn der Worldcups. Ich hab zwar überhaupt nix mit dem Sport am Hut, aber unser Team scheint eine positive Nachricht in alle Welt getragen zu haben. Wir sind beliebt im Ausland. Schön!




Er setzt mich am „Cat & Mutton“ ab und gibt mir noch seine Karte. Ich solle anrufen, wenn ich wieder in London bin. Und das mache ich bestimmt, eine Tour in seinem Black Cab ist sicherlich ein echter Spaß. Aber schon wartet schon der nächste hübschen Mann mit breitem Lächeln auf mich. Leon, den ich vor kurzem in Berlin kennengelernt hatte, sitzt mit seinen Kumpels im Schatten und begrüßt mich mit „Wilkommen in London“. Seit einiger Zeit betreibt er mit „Shake, Rattle and Stir“ eine Gintour durch die besten Bars der Stadt.  Heute gibt es keine Tour, auch das muss ich als Ginfan wohl auf meinen nächsten Besuch verlegen, aber es ist schön, so charmante Männer zu treffen und ein wenig zu plaudern. Auch er rät mir, die Pop Up Store vom Secret Cinema zu besuchen, es wird langsam zum Running Gag.





Nach drei Runden Drinks in der Sonne (zugegeben nur ein alkoholisches Getränk für mich), mache ich mich wirklich auf den Weg, um mir endlich die besagten Läden anzuschauen. Secret Cinema sind schon längst nicht mehr so geheim, wie ihr Name vermuten lässt. Jedes Jahr im Sommer zeigen sie nur einen Film  - das aber mit dazu passender Kulisse, mit Statisten, die im Stil des Films verkleidet sind – und auch die Gäste, die viel Geld für eine Karte bezahlen müssen, bekommen Rollen zu geteilt. Der Ort der Veranstaltung wird so lange es geht geheim gehalten.





In diesem Jahr wurde „Zurück in die Zukunft“ gezeigt. Und das gesamte Settings des Film spielte in der amerikanischen Kleinstadt Hill Valley in den 50ern. In Hoxton eröffneten sogar gleich zwei Pop Up Stores – darunter Lou’s Diner, vor dem ich gerade stehe. Alles ist der damaligen Zeit angepasst. Es gibt Burger und Co, für mich aber nur einen leckeren Milkshake. Die Hitze lässt nix anderes zu. 




Ein Pärchen sitzt neben mir: sie trägt Pettycoat und Pferdeschanz, er Tolle und Karottenhosen. Mein Versuch die beiden zu interviewen scheitert kläglich. Von einem „Secret Cinema“ hätten sie noch nie gehört und als ich mit meinem iPhone ein Foto mache, schrecken sie zurück und fragen, was das denn für ein komisches Gerät sei. Erst da kapiere ich, dass die Statisten aus Prinzip nie ihre Rolle verlassen. Für sie sind gerade die 50er  - und Handys gab es logischerweise nicht.




Nebenan im Vintageshop versuche ich mein Glück erneut – und ernte einen verständnisvollen Blick von einer weiteren Mitarbeiterin im Pettycoat. Sie nimmt mich zur Seite und tut so als zeige sie mir die frisch gedruckte Hill Valley Zeitung. 




Mit einem Blick über die Schulter sichert sie ab, zückt einen Stift und schreibt dann klammheimlich ihre eMail Adresse auf. Ich könne ihr schreiben, wenn ich noch Fragen hätte. Und wir beiden fallen in ein schallerndes Gelächter, weil das alles so saukomisch ist. Das, liebe Reisefreude, ist sprichwörtlich „Zurück in die Zukunft“. London, ich komme wieder!


Weitere Tipps:
Das Secret Cinema startet meistens Ende Jul und läuft bis in den August. Pro Tag gibt es eine Vorstellung.  In diesem Jahr kam es zu nervigen Verzögerungen beim Bau der Kulisse. Etliche Gäste der ersten Vorstellungen mussten ihre Tickets umtauschen. Besonders doof, wenn man extra dafür anreist. Also: wenn ihr nächstes Jahr bei Secret Cinema dabei sein wollt, bucht eure Tickest nicht für die ersten Vorstellungen, sondern vielleicht erst in der zweiten Woche.


Leons Gintour findet mehrmals in der Woche statt – es gibt aber auch eine Rumtour. Fünf Bars werden besucht und man wird mit Chauffeur durch die Stadt gegurkt. Mehr  Infos gibt es auf Leons Seite von „Shake, Rattel and Stir“.

Restaurants und weitere Tipps zu London findet ihr hier auf Reisefreunde und auf meiner Foursquare Liste zu London.

Meine Unterkunft wurde von airbnb gesponsert, es gibt etliche Wohnungen  aller Ausstattungen – ich wollte unbedingt nach East London und habe bei Camilla und Tarik nicht nur wunderschön gewohnt, sondern auch neue Freunde gefunden. I will be back guys!

Meinen Flug hat Germanwings übernommen, meine Ex-Kollegen fliegen von etlichen deutschen Städten nonstop nach London. Je nach Abflughafen geht es nach London-Heathrow oder nach London-Stansted.


Meine sommerliche Reise nach London ist Teil einer Kooperation des Reiseblogger Kollektivs und Visit Britain.


Barbaras Lieblingsorte in London

Albert Bridge (C) Duncan Harris,


Barbara muss es ja wissen. Seit Jahren lebt sie in London und ich kenne sie aus der alten Zeit, als wir an verschiedenen Projekten gearbeitet haben. Nun hat sie ein tolles Buch geschrieben "Der perfekte Mädelsurlaub - London" -  und ich habe sie gebeten, mit drei ihrer Lieblingsorte zu verraten. Hier sind sie:

London ist voller phantastischer Parks. Aber nur einer liegt direkt an der Themse und hat eine entsprechend schöne Uferpromenade, nur einer hat eine ganz wunderbare Peace Pagoda und überhaupt – Battersea Park am Südufer der Themse und mit Blick auf das Chelsea Embankement gegenüber und die im Zuckerbäcker-Stil gehaltene Albert Bridge (abends toll beleuchtet!) ist einfach ein kleines Juwel. Ein echter Londoner Park für Londoner und abseits der üblichen Touristenpfade. Hier joggt die Nachbarschaft, wird der Hund ausgeführt, gepicknickt, geschlendert, ach, und Bötchenfahren auf einem kleinen See kann man auch. Perfekt.

(C) Lassco Media

Orte wie dieser machen London zu London: Ein herrliches, uraltes georgianisches Haus am hässlichen Vauxhall Roundabout, das rechts und links von Sünden moderner Architektur bedrängt wird, beherbergt gleich zwei Schätze. Einmal Lassco, eine Fundgrube für  architectural salvage und durch diesen “Architekturabfall” könnte man sich Stunden wühlen, von alten Kirchenfenstern bis zu einer Wand voller Türknöpfe. Und zweitens das Brunswick House Café & Restaurant, das als Teil des Architekturflohmarkts mit viel Schnickschnack, Retropostern und Leuchtern so richtig schön quirky daherkommt. Nach dem Wühlen hier einen Latte trinken, draußen brummt der Verkehr um dem Kreisel, typisch London.

(C) Ewan Munro

Pimlico Road ist eine der Straßen, wo London mit charmantem Kleinstadtflair aufwartet. Achtung: keine konventionelle Einkaufsstraße! Hier gibt es nur exklusive, teure, schräge, ausgefallene Design-, Möbel- und Kunstgeschäfte, und mindestens einmal pro Woche laufe ich hier entlang, einfach weil’s schön ist. Zum Kucken und überhaupt. Hübsche Häuser, hübsche Umgebung, kein Rummel. William Curley, ein britischer Top Chocolatier, hat hier eine Boutique (kann man mal rein …), samstags gibt’s auf dem Platz am Ende der Straße einen kleinen Farmers Market, gegenüber ein nettes Gastropub. Was will man mehr. Ach so, wer unbedingt Shoppen muss: quasi um die Ecke liegt das Einkaufsparadies King’s Road (auch nett!).

DANKE BARBARA - bis bald beim Schokoladefuttern bei William Curley! 





Lecker London!



Bratwürstchen-Duft weht mir um die Nase. Der Himmel über London färbt sich langsam lila, und mein Bier ist perfekt gekühlt. Meine airbnb Gastgeber Camilla und Tarik haben mich zum BBQ auf ihre große Dachterrasse eingeladen  - mit Blick auf die Silhouette vom angesagten Bezirk East London. Besser geht es nicht. Tarik hatte mir praktisch verboten, irgendetwas zum Grillen beizusteuern. Aber braves Mädchen wie ich bin, habe ich ein wenig Hummus und Salat beim Pakistaner um die Ecke gekauft. So gefällt mir London.

Denn jahrelang hatte ich kaum etwas von London gesehen, obwohl ich oft da war – aber immer nur kurz für meinen alten Job als Pressesprecherin. Und ganz ehrlich: damals konnte ich der Stadt nicht viel abgewinnen. Es war mir zu laut und vor allem zu voll. Jetzt endlich habe ich mehr Zeit und will die Stadt ganz in Ruhe und nach meinem Gusto erkunden.


 Apropos Gusto: ich wusste schon lange, dass Britische Küche fantastisch sein kann. Die dummen Witze über das Essen habe ich noch nie nachvollziehen können. Denn schon bei meinem allerersten Besuch in Großbritannien, mit 13 Jahren auf Schüleraustausch in Torbay, hatte ich das große Glück bei Familie Widdicombe zu wohnen, deren Hausherrin allabendlich grandiose drei Gänge Menüs zauberte, warmer Kuchen inklusive. So nahm ich damals in drei Wochen vier Kilo zu. Es war einfach zu lecker.

Spätestens seit Jamie Olivers Einzug in die deutschen Kochbuchregale sollte das Klischee „schlechtes britisches Essen“ ja eigentlich komplett abgehakt sein. Aber auch ich musste mir vor meiner Reise einige blöde Bemerkungen anhören. Ihr, werte Freunde die jetzt wissen wen ihn meine, habt ja sowas von keine Ahnung... hier meine Antwort:



Yummy & Sunny: My Weekend in London from Angie Reisefreunde on Vimeo.

LECKER FRÜHSTÜCK IN LONDON
Gleich um die Ecke an der Brick Lane beginne ich meinen kleine persönliche Foodtour, Ich hatte vorab kräftig im Internet recherchiert und auch meine neuen Freunde Camilla und Tarik hatten mich am Vorabend mit ihren Geheimtipps ausgestattet.


Ich bin auf der Suche nach einem schnellen Frühstück, da ich wahnsinnig viel vorhabe. In der Brick Lane soll es die besten Bagel geben – im BeigelCafé. Frisch zubereitet, dick und fett mit allerlei Herzhaftem belegt, bekommt man sie im schmucklosen Bäckerladen nach kurzer Wartezeit in einer braunen Tüte in die Hand gedrückt. Sorry New York – die runden Back-Kunstwerke sind hier eindeutig besser als bei dir. 



Tags drauf  habe ich mehr Zeit und gehe zum Brunch in den Breakfast Club. Ich hatte das Café nicht nur wegen seiner guten Bewertungen herausgesucht, ich bin als Kind der 80er ein Fan des gleichnamigen Filmes und dachte, das könnte ein gutes Omen sein. Meine Sucht nach Eggs Benedict kann ich hier ganz hervorragend befriedigen, der Service ist spitzenmäßig und extrem freundlich, und die Location in Hoxton ist fröhlich und bunt eingerichtet. Insgesamt gibt es sechs Filialen in London. 

Nur ein paar Meter von meiner netten Bleibe entfernt sitze ich an einem anderen Morgen im Foxcroft & Ginger – und bestelle ein herzhaftes Frühstück mit Halloumi, Gemüse, Eiern und einem perfekten hausgebackenen Sauerteigbrot, für das F&G recht bekannt ist. Es schmeckt hervorragend, die Einrichtung ist urban und der Service stimmt. Nur Wlan haben sie leider nicht, ein kleiner Minuspunkt für Internetjunkies wie mich. 






STREETFOOD & FOODTRUCKS IN LONDON
Sommer in London ist Foodtruck und Foodfestival-Zeit. Es gibt unzählige Orte, an denen die Gourmet-Wagen stehen, auf einigen Festivals gibt es zu den Köstlichkeiten auch noch Konzerte oder Open Air Kino. 



Gleich mehrere Foodfestivals schaue ich mir an, viele davon befinden sich natürlich im Ostteil der Stadt, wie zum Beispiel die Trucks und Stände rund um die OldTruman Brewery oder Ely’s Yard. 



In letzterem taucht plötzlich aus dem Nichts auch noch eine charmante Bauchtänzerin auf, als ich gerade an einem Angus-Beef-Burger knabbere und einem Unbekannten neben mir die Hälfte abgebe, weil ich langsam nicht mehr kann. 



Die „City of London“, der Stadtkern von London, in dem sich einige der üblichen touristischen Highlights befinden, hat für solche Orte einfach zu wenig Platz. Nur am King’s Cross - beziehungsweise dahinter - gibt es im Sommer mit KERB KX einen kleinem Bereich mit Foodtrucks. 



Wenn es nicht 31 Grad gewesen wären, hätte ich mich gern in einen der kostenlosen Liegestühle gelegt, aber ich wäre wohl gnadenlos verbrannt. In London! Man lernt nie aus!


Der absolute Overkill für meine Augen ist allerdings überdacht und daher zu jeder Jahreszeit geöffnet: der Borough Market nahe der London Bridge. Hier liebe Reisefreunde, könntet ihr euch den ganzen Tag einmal komplett durch alle Stände futtern. Das angebotene Essen sieht köstlich aus und alles von mir getestete ist es auch. Unterhalb der Woche hier herzukommen ist allerdings schlauer. Ich war am Samstag da und musste mich durch die foodbegeisterten Massen kämpfen.



DINNER TIME IN LONDON
Ich wurde unter einem sehr gutem Stern geboren, zumindest wenn ich mir überlege, welch tolle Menschen ich überall auf dieser Welt kenne. So wie Lisa, die eine waschechte Londonerin ist. Endlich treffe ich sie und ihren Freund wieder. Beide sind absolute Foodies und wissen wo man gut essen kann. 



Wir gehen ins Trip Kitchen das im Industrial Chic eingerichtet ist und seine Köche wie DJs für Gastauftritte bucht, damit auch ja keine Langeweile aufkommt. Wir treffen auf die Gourmetkünsten des Mexikanischen Kochkollektivs (sic!) Breddos. Das Essen ist so gut, dass ich gern meine Reihe „Kiss the Chef“ fortgesetzt hätte, aber der Koch war zu beschäftigt für ein Küsschen.

Ein Klassiker der „lokalen“ Speisekarte darf natürlich nicht fehlen wenn man in London ist: Curry. Ja, richtig indisches Curry. Mit meinen airbnb Hosts gehe ich am letzten Abend zum Inder ihres Vertrauens– zum Needoo Grill, einmal um die Ecke im East London. Man kennt sich -  beide werden namentlich und per Handschlag empfangen, ich als neuer Freund des Hauses herzlich begrüßt. Das Essen ist scharf und würzig, frisch vom Chef des Ladens selbst zu bereitet.  Und gerade als ich noch einmal nachnehme, erinnere ich mich an das erste Curry meines Lebens. Das hatte ich in Torbay vor fast 30 Jahren, als Gastfamilien Muddi Mrs. Widdicombe ausnahmsweise mal nicht selber kochte sondern wir uns ein köstliches Curry mit Naan bestellten. Ich weiß noch, dass ich ein wenig Angst hatte, es könnte zu scharf sein, aber Mrs. Widdicombe redete mir zu und ich probierte alles. Es war hervorragend. Vielleicht, denke ich, als gerade ein neuer Gang aufgetischt wird, wurde meine Lust auf gutes Essen genau damals geweckt. Mitten in Großbritannien, wundern würde es mich nicht.

Meine sommerliche Reise nach London ist Teil einer Kooperation des Reiseblogger Kollektivs und Visit Britain. Weitere Great Britain Artikel gibt's bei JohannesNina und Yvonne und hier bei mir.