Liebeserklärung an Koh Jum

Das Paradies - auf einer der ruhigsten Inseln Thailands

Buntes Barbados

Party ohne Ende beim Crop Over Festival

Segeln auf Malta

Ruhe und Entspannung in blauen Buchten

Winterliches Illinois

Am Tag als ich Rudolph in Champaign traf

Weihnachtszeit auf den Malediven

Von Traumstränden, jungen Einhörnern und viel Zucker, Zimt und Liebe

Die schönsten Weihnachtsmärkte im Harz

Ein märchenhafter Besuch in Quedlinburg und Goslar

Endlich wieder Kanada

Kurz und knackig: Toronto und Ontario

Mein Niedersachsen

Unterwegs in meiner Heimat

Italien Wochen!

Mailand, die Lombardei und Emilia Romagna

Sommer in London

Sonniger, günstiger und schöner als gedacht

Mein Neuseeland

Meine Abenteuer am schönsten Ende der Welt

New York: Die besten Tipps von Locals

Schön, wenn man Freunde hat, die sich auskennen

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Die coolste Kleinstadt Amerikas

Berlin in Maryland

Zum Meer, zum Meer ....

Auf dem zur Küste von Virginia

4,3,2,1... mein Geburtstag im Camper

Party auf vier Rädern, durch drei US-Staaten, mit zwei Freunden und einer Erkenntnis

Sweet home Alabama?

Abseits von Bluebell - kein Hart of Dixie

Buntes Mississippi

Roadtrip Südstaaten - auf den Spuren der Natchez Indianer

Das schwere Erbe der Südstaaten

Erste Einblicke hinter die schönen Kulissen

Mein Amerikanischer Traum

Roadtrip durch die Südstaaten der USA

Das Essen auf den Philippinen

Eine kulinarische Rundreise mit Reisefreunde

Von Delfing-Babies und Zicklein

Meine Tour ins Paradies nach Pamilacan

Ein perfekter Tag auf Bohol

Meine Lieblingsinsel auf den Philippinen

Warum ich auf Palawan im Knast gelandet bin

Und was PSY damit zu tun hat

Banaue: Der Schatz von Tan An

Reisen macht glücklich

"Don't be instant tourists"

Meine magische Begegnung mit Virginia, einer Reisbäuerin in den Philippinen

Betrübt nach Banaue

Unglück und Glück liegen manchmal nah beieinander

Sagada - wo die Särge hängen

Beste Aussicht für freie Seelen

Vigan, alte Stadt mit jundem Herz

Der Ort, an dem die Menschen mein Herz im Sturm eroberten

Die Philippinen - endlich!!!

Erster Stop: Tanz auf dem Vulkan Pinatubo

Reise durch Jordanien

Am Toten Meer und durch die Ruinen von Petra

Shanghai - eine erste Annäherung

Auf der Suche nach dem alten Shanghai

Inselhopping auf den Malediven

Und warum in meinem neuen Domizil ein Sofa im Sand steht

Kapstadt: Unterwegs mit der Condor Crew

Ihre besten Tipps für die Metropole Südafrikas

Mein Tag als Flugbegleiterin bei Condor

Nenn mich bloß nicht Saftschubse

Curacao: Ich mach dann mal blau

Auftakt zu einer bunten Reise

Mein Wochenende in Brügge

Eine überraschend schöne und ruhige Stadt

Unendliche Weiten

Mein Bilderbuch Amerika - aus der Windschutzscheibe

Hit the road, Gigi

Zum ersten Mal in meinem USA Road Trip Wohnmobil

Heartland USA: Start ins Abenteuer

Und am liebsten gleich alles nochmal...

Singapur - im Streetfood Himmel

Einen ganzen Tag lang nichts als bestes Essen...

Schatzsuche im Bretonischen Meer

Und man denkt, man ist in einem Film gelandet

Ein Sommer-Wochenende in Glasgow

Das coolste Hotel und die besten Locations in der schottischen Metropole

Ein Tag am Meer


Die Frühlings-Sonne kämpft sich durch die Wolken und ich weiß nicht, ob der kräftige Wind sie unterstützt oder gegen sie arbeitet. Auf jeden Fall habe ich das Gefühl, dass mir gleich meine Ohren abfallen, so kalt weht es mir um den Kopf. Neben mir schlottert Nina von Smaracuja im dünnen Jäckchen.
 Schon im Auto fange ich an, Nina über Sankt Peter Ording voll zu blubbern. Denn in den ersten zarten Jahren meines Lebens sind unsere Eltern mit meiner Schwester und mir immer genau hier hin gefahren – in eine kleine Pension namens Cornils, die heute „Zum Anker“ heißt.

Abends gab es den Fang, den Herr Cornils von See mitbrachte, morgens hing eine Tüte mit frischen Brötchen an unserer Gästezimmerklinke. Eine gute Zeit. Nur im Hochsommer war es hier einigermaßen voll. In der Nebensaison schlummerte „SPO“ in einem dämmernden Schlaf.

Mein Vater hatte aus unserem alten Zwillingsbuggy ein Strandmobil gebaut, mit kleinen Sonnenschirmchen – und immer wenn wir an dem alten Kiosk am Deich vorbeigerollt wurden, quengelten wir so lange, bis wir süße Leckmuscheln bekamen, an denen wir uns jedes Mal die Mundwinkel aufrissen. Die Grünen mochte ich besonders gern.



Nach knapp zwei Stunden kommen Nina und ich in Sankt Peter Ording an. Viel hat sich verändert. Besonders im Ortsteil Bad: hier reihen sich etliche Geschäfte und unzählige italienische Restaurants aneinander. Unsere Unterkunft für die Nacht ist das Strandgut Resort mit direktem Blick auf die Dünen und den dahinter langgezogenen Strand. Wir werden herzlich empfangen und ein Blick sagt mir: SPO ist im Jahr 2015 angekommen.

Das Strandgut Resort ist durchdesignt, gleich vorne gibt es eine Teelounge (großartig für meine aufkommende Erkältung), unsere Zimmer im zweiten Stock sind hell und geräumig, die Dusche wird ganz chic nur von einer Glaswand vom Schlafzimmer getrennt.
 
Aber uns zieht es hinaus  - erst zum Fischbrötchen mampfen und dann zum Meer wo wir nun schlotternd stehen, uns über ein paar Minuten Sonne freuen und heimlich ein paar Minuten ohne zu zahlen im Strandkorb verschwinden.

Eine Badewanne in unserer Herberge wäre daher am Abend ideal gewesen, aber da uns dieses Glück nicht hold ist, besänftigen wir unsere unterkühlten Körper mit ein paar  Schlückchen norwegischem Schnaps. Hier müssen die nordischen Regionen Europas einfach mal zusammen halten.
 
Für den Abend habe ich mir in den Kopf gesetzt, eine Nordsee-Seezunge zu essen. Wir klappern online etliche Restaurants ab, aber keiner scheint Seezunge auf der Karte zu haben. Ein Hilferuf bei Facebook bringt dann das gewünschte Ergebnis. Nordseeexpertin Ina empfiehlt uns die Jeverstuben, wo wir dann tatsächlich den flachen Fisch vor uns haben, knusprig gebraten.

Ganz kostenlos dazu gibt es besten Service vom liebreizenden Kellner und lustige Konversationen mit dem Besitzer und seinen Kumpels die vor der Theke sitzen. Als ich nach zu viel Bier wieder etwas zu gefühlsduselig werde und mit den Herren über die alten Zeiten plaudere, sagt der Jeverstuben-Chef: „Jo, Ording hat sich verändert, ist voller geworden“.  "Schön ist es hier aber immer noch", betone ich. Alle nicken und fallen in norddeutsches Schweigen mit anschließendem Biernippen. Als wir zahlen und uns verabschieden, kommt dann doch noch ein Satz hinterher, mit einem breiten Grinsen und schwerem Norddeutschen Akzent: „Na dann Tschüss, die Damen. Kommt bald mal wieder“.
Jo, Jungs. Das machen wir. Ich muss nur noch Nina beichten, dass dann Tine mitkommt - und ich weiß nicht, ob sie eine geballte Ladung Zwillings-Schabernack aushält. Aber die beruhigende Nordseeluft wird's schon richten.

Für den fahrbaren Untersatz sorgte der Mercedes Me Store aus Hamburg, das Strangut Resort für die Übernachtung!

Essen in Chicago? Lecker!


„Serving the world's finest coffee“ steht draußen an der Tür. Welch vielversprechende Verheißung. Chicagos bekanntestes Frühstückslokal Lou Mitchell's ist zugleich eines der ältesten. 1923 wurden hier zum ersten Mal Rühreier serviert.

Ein bisschen sieht man das der Einrichtung des Ladens auch an – aber gerade das finde ich besonders reizvoll, als ich die Tür aufstoße und meine ersten Blicke umherschweifen. Rechts eine Bar, wie man sie aus etlichen Filmen kennt. Links Bänke und lange Tische voller hungriger Mäuler, die hier auf ihre erste Mahlzeit des Tages warten. Es riecht nach Speck und gebratenen Zwiebeln. Kellnerinnen mit toupierten und hochgesteckten Haaren flitzen Kaffeekannen haltend durch den großen Raum, weiter hinten sehe ich die Köche die Pfannen schwenken.

Willkommen in Chicago, willkommen am Beginn der Route 66. Einige Klassiker findet man hier auf der Karte. Alles ist deftig und wie immer in den USA überproportioniert. Susann ist unsere Kellnerin, burschikos und mütterlich zugleich gibt sie uns die Speisekarten und bringt schon mal den Kaffee. Der ist für amerikanische Verhältnisse übrigens wirklich gar nicht schlecht. Der beste der Welt ist er allerdings nicht. 

Endlich kommt mein Essen: mein Lieblingsfrühstück, das ich gern jeden Tag essen würde, wäre es nicht so unglaublich gehaltvoll. Vor mir stehen noch dampfend und mit Soße überzogen zwei köstliche Eggs Florentine auf einen warmen Muffinbrötchen mit knusprigen Bratkartoffelnn. Geschmacksnote: 5 Sterne, das Frühstück ist zwar einfach und ohne Schischi, aber köstlich. Wenn ich jetzt nur noch zwei Wochen Zeit hätte, um direkt von hier zu einem Roadtrip entlang der Route 66 zu starten...

Aber es geht weiter auf meiner kulinarischen Reise durch Chicago. Ich drücke die Schulbank, wenn auch nur für wenige Stunden. Im Kendall College, dem „Culinary Institute“ von Chicago, treffe ich den charmanten Koch Louis Dourlain, der mich in die Keksbackkunst Amerikas einführt. Zumindest war das der Plan. Ich schaue eifrig zu, wie er Butter, Zucker und Mehl verrührt und daraus dicke Kekse backt. Im Prinzip aber verlassen wir schnell das Cookie Thema und reden über die Ernährungsprobleme der USA: zu viel Zucker, zu viel Fett und zu wenig gesunde Ernährung. 

Wenn es nach ihm ginge, müsste Ernährung ein Fach in jeder Schule werden, um die US-Amerikanische Bevölkerung gesunden zu lassen. Sagt er und holt gerade die ultrasüßen Kekse aus dem Backofen und lächelt. Er weiß, wie komisch die Situation gerade ist. Im Kendall College kann übrigens jeder ganz unterschiedliche Kochkurse buchen – aber das interessanteste ist wohl das Fine Dining Restaurant in dem Lehrer und Schüler zeigen, was sie so gelernt haben. Die Plätze sind heiß begehrt, Voranmeldung ist daher Pflicht!

Ebenso voll wird es jeden Abend in einem der besten Barbecue Restaurants von Chicago. Im Chicago Q hat Lee Ann Elizabeth Whippen die Kochmütze auf. Eigentlich wollte sie Pilotin werden, nun bringt sie mit ihrem Essen Fleisch-Liebhaber in höchste Genussregionen. Wir bekommen einen der besten Plätze des Hauses, ganz nah an ihrem Reich, einer überdimensionierten Küche, die einsehbar ist. Und dann steht die Köchin persönlich bei uns am Tisch und nimmt uns einfach die Bestellung ab – beziehungsweise: sie bestellt einfach alles und schickt im bestimmten aber freundlichen Ton ihren jungen Kellner los, um die Order an die Küche weiter zu geben. 

Und dann kommen die Vorspeisen – voller kann man einen Tisch nicht laden. Saftiges Pulled Pork, gegrillte Gemüse, frittierte Shrimps, feiner Crabcake, fried Green Tomatoes, honigglasierte Chicken Wings und und und..... ich bin sprachlos. „Ach, das schafft ihr schon“ sagt sie und muss selber lachen. Das Essen ist köstlich und natürlich viel zu viel - bei der zweiten Runde müssen wir die Chefköchin bremsen, denn eigentlich sind wir schon von den Vorspeisen satt – und extrem glücklich. 

Deshalb kann ich mich auch nicht zurückhalten und drücke Lee Ann für ihre hervorragenden Meisterwerke einen „Kiss the Chef“ auf die Wange. Und falle danach in einen Tiefschlaf in meinem Hotel.

Direkt unter mir befindet sich das spannende Restaurant Perennial Virant, das überhaupt kein normales Hotel-Restaurant ist, sondern sein wirklich eigenes Ding macht. Tagsdrauf werde ich eine Etage tiefer entführt, sozusagen in die Asservatenkammer des Chefkochs und fühle mich zugleich zurückversetzt in eine andere Zeit. Denn hier stehen wie bei meiner Oma im Keller etliche Einweckgläser mit unzähligen Gemüsen gestapelt auf einfachen Regalen. Einmachen ist der neue Food-Trend in den USA. 

Aber Chef Paul Virant gibt sich damit noch nicht zufrieden und kombiniert einfach einen weiteren Trend dazu. Farm-To-Table heißt dieser und steht dafür, dass die Chefköche auf regionale und saisonale Zutaten setzen. So auch hier. Der Käse zum Beispiel kommt von der Prairie Fruits Farm & Creamery in Illinois, deren Ziegen ich noch vor wenigen Tagen gesehen und gekrault habe. Der Ziegenkäse steht zumindest noch auf der Karte, ist aber inzwischen ausverkauft. So ist das, wenn man auf kleine Zulieferer setzt. Das ist für meinen Appetit aber nicht weiter tragisch, ich bestelle einfach andere Köstlichkeiten von der saisonalen Karte. Einziges Manko: fair Produziertes hat hier seinen Preis. Ach ja - und natürlich kennt man auch hier die Bio-Farm, die ich 2013 besucht habe, die Spence Farm unweit von Chicago. Die Welt ist eben auch in dieser Metropole irgendwie ein Dorf - aber ein kulinarisches!

Das Essen in Chicago hat mich erneut überzeugt, schon vor knapp zwei Jahren war ich in der Windy City und bin mit dem Food-Gott der Stadt auf Tour gegangen - wie das war, lest ihr hier!

Vielen Dank an Enjoy Illinois für die Einladung!

Kalifornien? Kannste knicken!

Es gibt Tage, an denen man besondere Geschichten erzählen sollte. Heute ist so ein Tag. Ich nehme euch mit nach Kalifornien und nenne euch exakt sieben Gründe, warum man Kalifornien wirklich knicken kann.

1. Kalifornische Landschaften? Völlig langweilig!

Point Reyes National Seashore
Lake Anza, Berkeley
Marine County
2. Die Sonnenuntergänge Kaliforniens? Unspektakulär!
Stinson Beach
Bay Area
3. Die Kalifornische Küche? Wirklich ungenießbar!
Tierra Mia Coffee, Okaland
Frühstück bei meinen Freunden, ätsch! That's how we roll!
In-And-Out-Double-Double-Animal-Style
4. Surfer-Lifestyle? Gibt es hier nicht!
Surfer Dudes, Stinson Beach
Dog Surfer Dudes, Stinson Beach

Equator Coffee, Mill Valley
5. Kunst-Verständnis? Nicht vorhanden!
Rodin Garden, Stanford University
6. Kalifornischer Lifestyle? So verkrampft!
Doggy Style, Oakland




Converse & Bay Area

7. Und die Sonne? Scheint hier einfach nie!
April, April <3
Ich hoffe sehr, dass ihr Dank dieser wertvollen Informationen gut in den April kommt! ;-) Und wem es hier in Deutschland noch zu kalt ist, der sollte vielleicht über eine Reise nach Kalifornien nachdenken. Es lohnt sich. Echt jetzt!

Das Dorf der Eigenbrötler: Bolinas, California

Februar. Ich bin zu warm angezogen, 19 Grad sind es draußen und die Sonne knallt vom blauen Himmel. Hallo Kalifornien! Ich besuche meine geliebten Berliner Freunde, die für ein paar Jahre in Berkeley wohnen. Ganz nah bei San Francisco, in der Bay Area. So weit weg von mir. Weil wir uns so selten sehen, sauge ich jede Minute auf wie die Februar-Sonnenstrahlen. Rare und kostbare Momente.

Ein paar Tag später sind wir auf Erkundungstour. Abgeschieden und isoliert befindet sich ein eigentümliches Dörfchen nahe San Francisco im Marine County, das schon weltweite Schlagzeilen gemacht hat. Bolinas heißt es und ist .... tja... irgendwie anders. Ich hatte gelesen, dass man hier keine Fremden mag. Dass sich das Dorf abkapselt. Regelmäßig ziehen Dorfbewohner los um am Highway 1 das richtungsweisende  Schild „Bolinas“ abzuschrauben. Man will nicht gefunden werden. Ich las, dass Touristen die Autoreifen aufgestochen werden. Wir sind mutig und wissen auch ohne Schild Bescheid, das Navi lässt sich nicht betuppen - also wagen wir das Eindringen. Bolinas ist ein Hippie-Nest, ein sehr schönes. Eigentümliche Häuser stehen hier, manche sehen aus wie Ufos. In den Gärten sehen wir etliche Beete, Obstbäume und allerlei Baumhäuser. Das Dorf ist unterteilt: in den Bereich oben, dessen Ende steil ab ins Meer fällt und den Bereich unten am Wasser.

Ich hatte gedacht, dass wir hier als Fremde schief angeguckt werden. Aber ich habe mich getäuscht. Die Menschen die uns auf den Straßen entgegen kommen grüßen freundlich. Unten an der kleinen Dorfhauptstraße steigen wir aus und gehen zum Meer. Das Wetter spielt heute ausnahmsweise nicht mit, es ist bewölkt und windig. Die Wellen peitschen an die mit Graffiti übersäte Kaimauer. “Many of us regard this place as sacred space“ steht da zum Beispiel. Ja, Bolinas ist irgendwie ein heiliger Ort. Ein Surfer schleppt sich gerade noch aus den Fluten an die sichere Küste. Heute ist der Pazifik ein Ungeheuer. Es scheint hungrig und gierig zu sein.

Wir finden einen kleinen Buchladen, dessen Konzept so eigenwillig wie Bolinas selbst ist. Es gibt gebrauchte Bücher. Ein gutes Buch kostet 2 Dollar, ein richtig gutes Buch 3 Dollar und das beste Buch aller Zeiten Buch 50 Dollar. Der Käufer entscheidet allerdings selbst, wie gut das Buch ist und stopft die Dollarnoten einfach in eine rostige Blechdose.

Gleich nebenan ein Krimskrams Laden, Flohmarkt-Style. Zwei Ömmchen sortieren und verkaufen das Gut. Sie witzeln mit uns und freuen sich über unsere kleinen Einkäufe. Von Fremden-Ressentiments keine Spur. Selbst der Dorfhund Sophie, der keinem und  zugleich allen in Bolinas zu gehören scheint, kommt schwanzwedelnd auf uns zu.

Der Hunger treibt uns weiter. Im Coast Café - dem einzig wirklichen Restaurant in Bolinas -  kehren wir ein. Ein urgier Laden, mit freundlichem Personal. Ein gusseiserner Ofen sorgt für behagliche Wärme. Aus einer kleinen Ecke höre ich Deutsch. Wir sind also nicht die einzigen Touristen. Das Essen ist genial und reichhaltig. Natürlich ist hier vieles Bio, regional und mit Liebe gemacht. Der Fisch und die Austern kommen direkt vom Fischer aus dem Dorf und Nachbardorf.

Nebenan beim Gemeindezentrum haben die Bewohner von Bolinas eine Tauschbörse errichtet. Jeder gibt was er nicht mehr gebrauchen kann und nimmt dafür etwas anderes. Wir haben nichts zu geben außer einem Lächeln, aber nehmen etwas mit: das Gefühl, zu verstehen, warum Bolinas zu Recht nicht will, dass sich hier zu viele Fremde niederlassen. Das würde die Ruhe und die Gemeinschaft stören, vielleicht sogar zerstören. Also fahren wir nach dem Essen wieder brav zurück nach Berkeley. Im Gepäck Doggy-Bags vom zu üppigen Abendessen. Ich spiele DJ im Auto und wähle leise und ruhige Musik, die irgendwie wahnsinnig gut zu Bolinas passt. Meine Freunde und ich schweigen und lauschen den Tönen. Noch liegen ein paar Tage gemeinsam vor uns. Wenn die vorbei sind, wird es hoffentlich nicht lange dauern, bis ich die beiden wiedersehe und in meine Arme schließe. Auch nach Bolinas werden wir dann wieder fahren. So etwas schönes sollte man ruhig öfter besuchen.

Lobhudelei: Oonlee Bungalows auf Koh Jum

Ich muss gleich am Anfang einiges klar stellen. Kommt hier nicht her, wenn ihr auf Party aus seid. Kommt hier nicht her, wenn ihr mitten im Trubel wohnen wollt. Kommt hier nicht her, wenn ihr unkomplizierte aber volle Strände mögt. Wenn ihr Koh Phi Phi, Koh Lanta, Koh Samui oder gar Phuket liebt, dann werdet ihr euch hier nicht wohl fühlen.

Oonlee Bungalows ist mein Zuhause für zehn Tage. Sie liegen im Norden der Insel Koh Jum - dem Part der eigentlich Koh Pu heißt. Die zwölf einfachen aber liebevoll gepflegten Bungalows schmiegen sich an den Hang eines echten Dschungels. Es hat ein paar Tage Internetrecherche gedauert, bis ich dieses Paradies gefunden hatte, denn ich wollte es schön, bezahlbar und ruhig haben. Aber selbst in meinen kühnsten Träumen hatte ich es mir hier nicht so schön vorgestellt. Oonlee und die Insel Koh Jum entpuppen sich als Hauptgewinn für mich.

Unten am felsigen Hausstrand liegt man auf Holzplateaus und schaut hinauf auf das Meer und Koh Phi Phi. Links sind die Strände sandiger und leer, selbst in der Hauptsaison sehe ich nur wenige Menschen. Bis zum nächsten Dorf sind es fünf bis zehn Minuten per Moped oder Auto – über einen sandigen und steinigen -sagen wir- Feldweg. Die Schlaglöcher sind zahlreich, etliches Geröll liegt umher und tiefer Sand erschwert das Vorankommen. Erst im Dorf gibt es eine geteerte Straße. Das hält aber selbst die wenigen Urlauber, die unten im Dorf wohnen auch davon ab, an die einsamen Strände hier oben zu fahren. Herrlich!

Valerie und Oon sind für mich eher Familie als Hotelbesitzer. Schnell freunden wir uns an. Sie sind hilfsbereit und können viel über ihre ruhige Insel erzählen. Valerie schaut mich sorgenvoll an, wenn ich mal nicht aufesse (was selten genug vorkommt). Sie merkt sich sofort meinen Namen, weiß, was ich am liebsten trinke und hat schnell raus, was ich von der Insel erwarte: Entspannung! Mit dem jungen Alec, einem ihrer beiden Söhne, fahre ich ein paar mal zum Tauchen raus. Er arbeitet nebenbei bei Koh Jum Divers um seine Tauchausbildung zu finanzieren.
Aber zurück zu meiner Herberge. Selten habe ich so gut in Thailand gegessen. Die Thailändische Köchin Leo zaubert feine Köstlichkeiten, die sicherlich für einen Bib Gourmand von Michelin reichen würden. Thailändisch und Französisch wird hier gekocht. Das Frühstück hier ist weit mehr als nur der typische „Banana-Pancake“, ein Gericht was irgendwann jedem Thailand Reisenden aus den Ohren wieder rauskommt. Ihre Speisen werden wohl für ein Paar aus Deutschland das ich hier kennenlerne und das zum allerersten Mal in Thailand ist, zu einer Messlatte werden, die bei zukünftigen Thailand-Urlauben nur schwer zu erreichen sein wird.
Schnell habe ich meinen Lieblingsplatz im Restaurant entdeckt. Die Bank vorne, mit Ausblick auf den üppigen Garten durch den sich die steile Treppe hinab zum Meer schlängelt. Meine Essenszeiten verlängern sich mit dieser Aussicht auf die doppelte Länge. Da sitze ich mal schweigend starrend, mal lesend, knuddele die Hunde oder quatsche mit Valerie oder anderen Gästen. Heimelig.

Mein Bungalow aus Holz ist klein, aber fein. Ein Bett mit Mückennetz und eine kleine Kommode steht darin - und mein westliches Bad ist praktisch aber hübsch gemacht. Es gibt nur kaltes Wasser in der Dusche - aber wen stört dass, wenn es draußen 35 Grad sind? Mich zumindest nicht. Auf meiner Terrasse zum üppigen Garten lockt mich eine Hängematte, ein bequemer Sessel steht da und davor ein kleines Tischchen. Hier döse ich stundenlang. Die Ruhe im Resort ist wohltuend und legt sich wie ein Schutzmantel über mich. Das Rauschen des Meeres die paar Meter weiter unten tut sein Übriges dazu.
Unten in der "Bar", die Gott sei Dank keine übliche laute Thailändische Strandbar ist, macht Rack die Drinks. Und wenn die wenigen Gäste versorgt sind, dann fragt er ob er sich zu einem setzen kann um den Sonnenuntergang neben Koh Phi Phi anzuschauen. Jeden Tag sei es hier so schön sagt er. Und ruhig. Und er ist froh wieder auf seiner Insel zu wohnen und hier zu arbeiten. Einmal hat er sein Glück und Arbeit auf Koh Phi Phi gesucht. „Aber da durfte ich nur die Bestellungen aufnehmen“, erzählt er. Und auf keinen Fall sonst mit den Gästen reden. Nach einer Woche ist er auf seine Heimatinsel Koh Jum zurückgekehrt. Nach Phi Phi will er nicht mehr zurück. Zu voll und zu hektisch sei es dort. Seine Freundin lebt in Holland, bald wird er sie besuchen. Es hat ein wenig Angst vor dem Essen in den Niederlanden und dem Krach, der ihn dort erwartet. Nichts gegen Holland, aber wer will schon aus dem Paradies weg?

Ich zumindest nicht. Und daher ist eines schnell klar: ich werde wieder kommen. Nächstes Jahr will ich gleich mal einen ganzen Monat bleiben. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Ach, eines noch. Über Oonlee gibt es ein herrliches, kleines Video, dass ihr euch unbedingt anschauen solltet:



Oonlee Bungalows- Koh Jum - Thailand from 3Angles on Vimeo.


Mehr über die Trauminsel Koh Jum gibt es hier!