Liebeserklärung an Koh Jum

Das Paradies - auf einer der ruhigsten Inseln Thailands

Buntes Barbados

Party ohne Ende beim Crop Over Festival

Segeln auf Malta

Ruhe und Entspannung in blauen Buchten

Winterliches Illinois

Am Tag als ich Rudolph in Champaign traf

Weihnachtszeit auf den Malediven

Von Traumstränden, jungen Einhörnern und viel Zucker, Zimt und Liebe

Die schönsten Weihnachtsmärkte im Harz

Ein märchenhafter Besuch in Quedlinburg und Goslar

Endlich wieder Kanada

Kurz und knackig: Toronto und Ontario

Mein Niedersachsen

Unterwegs in meiner Heimat

Italien Wochen!

Mailand, die Lombardei und Emilia Romagna

Sommer in London

Sonniger, günstiger und schöner als gedacht

Mein Neuseeland

Meine Abenteuer am schönsten Ende der Welt

New York: Die besten Tipps von Locals

Schön, wenn man Freunde hat, die sich auskennen

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Soulfood, Baby!

Herzhaft, bodenständig und saulecker: das Essen in den Südstaaten der USA

Die coolste Kleinstadt Amerikas

Berlin in Maryland

Zum Meer, zum Meer ....

Auf dem zur Küste von Virginia

4,3,2,1... mein Geburtstag im Camper

Party auf vier Rädern, durch drei US-Staaten, mit zwei Freunden und einer Erkenntnis

Sweet home Alabama?

Abseits von Bluebell - kein Hart of Dixie

Buntes Mississippi

Roadtrip Südstaaten - auf den Spuren der Natchez Indianer

Das schwere Erbe der Südstaaten

Erste Einblicke hinter die schönen Kulissen

Mein Amerikanischer Traum

Roadtrip durch die Südstaaten der USA

Das Essen auf den Philippinen

Eine kulinarische Rundreise mit Reisefreunde

Von Delfing-Babies und Zicklein

Meine Tour ins Paradies nach Pamilacan

Ein perfekter Tag auf Bohol

Meine Lieblingsinsel auf den Philippinen

Warum ich auf Palawan im Knast gelandet bin

Und was PSY damit zu tun hat

Banaue: Der Schatz von Tan An

Reisen macht glücklich

"Don't be instant tourists"

Meine magische Begegnung mit Virginia, einer Reisbäuerin in den Philippinen

Betrübt nach Banaue

Unglück und Glück liegen manchmal nah beieinander

Sagada - wo die Särge hängen

Beste Aussicht für freie Seelen

Vigan, alte Stadt mit jundem Herz

Der Ort, an dem die Menschen mein Herz im Sturm eroberten

Die Philippinen - endlich!!!

Erster Stop: Tanz auf dem Vulkan Pinatubo

Reise durch Jordanien

Am Toten Meer und durch die Ruinen von Petra

Shanghai - eine erste Annäherung

Auf der Suche nach dem alten Shanghai

Inselhopping auf den Malediven

Und warum in meinem neuen Domizil ein Sofa im Sand steht

Kapstadt: Unterwegs mit der Condor Crew

Ihre besten Tipps für die Metropole Südafrikas

Mein Tag als Flugbegleiterin bei Condor

Nenn mich bloß nicht Saftschubse

Curacao: Ich mach dann mal blau

Auftakt zu einer bunten Reise

Mein Wochenende in Brügge

Eine überraschend schöne und ruhige Stadt

Unendliche Weiten

Mein Bilderbuch Amerika - aus der Windschutzscheibe

Hit the road, Gigi

Zum ersten Mal in meinem USA Road Trip Wohnmobil

Heartland USA: Start ins Abenteuer

Und am liebsten gleich alles nochmal...

Singapur - im Streetfood Himmel

Einen ganzen Tag lang nichts als bestes Essen...

Schatzsuche im Bretonischen Meer

Und man denkt, man ist in einem Film gelandet

Ein Sommer-Wochenende in Glasgow

Das coolste Hotel und die besten Locations in der schottischen Metropole

Liebeserklärung an Koh Jum


Ganz still ist es hier morgens. Noch regt der Wind die Wellen nicht auf. Noch platscht das Wasser nicht gegen die kleinen Felsen in der Bucht. Hier feiern nachts keine Touristen, die wenigen Menschen, sie sich hier her verirren liegen abends um zehn unter dem Moskitonetz. Dann träumt man vom blauen Wasser, von einsamen und unberührten Stränden, vom üppigen Dschungel im Norden der Insel. Man hört die Vögel zwitschern und sieht handtellergroße bunte Schmetterlinge von Blume zu Blume flattern. Und wenn man morgens aufwacht und die kleine Holzterrasse mit der Hängematte betritt, dann merkt man dass das ja gar kein Traum war. So ist das hier wirklich auf Koh Jum.

Abends schimmern die Lichter von Kho Phi Phi herüber. Da sitzen gerade Tausende in den etlichen Restaurants. Vielleicht essen sie eine Pizza oder Spaghetti. Musik wummert laut. Vielleicht Café Del Mar. Vielleicht auch Gangnam Style. Sie reden wahrscheinlich darüber, dass im Film "The Beach" alles irgendwie anders ausgesehen hat und dass es nicht so voll war. Und dann googeln sie wie alt der Film ist. Und reden darüber, dass sich in so vielen Jahren und bei solch einer PR für eine Destination viel ändern kann. Sogar uns Leonardo hat mittlerweile graue Haare. Und wie groß der geworden ist. Und vielleicht schauen sie dann schweigend raus auf's Meer nach Osten. Und vielleicht sehen sie kleine Lichter. Und bemerken leise zum Gegenüber: "Schau mal, da liegen ein paar Boote". Dabei sind das die wenigen Lichter "meiner" Insel. Hier dudeln leise französische Chanson. Gerade habe ich ein zartes Thaicurry verspeist. Und an unserem felsigen Strand gibt es nur eine Handvoll winziger, einfacher Resorts mit Hütten. Hier ist eben nichts, und wie ich gehört habe, wird das auch so bleiben. Hoffentlich.

Nach meinen Abendessen sitze ich auf meiner Terrasse. Die Grillen zirpen und die Brandung rauscht. Ich lese. Hinter mir raschelt es. Dann höre ich ein Schlabbern. Einer der Hunde trinkt aus dem mit Wasser gefüllten Stein-Krog neben den Treppen zu meiner Hütte. Als er fertig ist legt er sich vor die Stufen. Als würde er mich bewachen wollen. Dabei schließt man nicht mal tagsüber seine Hütte ab. Das muss man nicht. Ist ja nix los hier.

Ein Feuerwerk lässt alle hochschrecken. Die vier Hunde kommen ängstlich angerannt. Alle Gäste hier schauen vom Essen hoch und sich fragend an. Was war das? Zweimal noch kracht es laut. Dann kehrt wieder Ruhe ein auf Koh Jum, und nur die Grillen zirpen weiter fröhlich. Und unten rauscht das Meer.

Oon, der Thailändische Besitzer meines Zuhaues, des Oonlee Bungalow Resorts kommt zu mir. Er sagt: „Hörst du das?“ Und legt seinen Finger an sein Ohr. „Was?“ frage ich. „Das Geräusch!“ sagt er. Aber ich höre nichts. Oon spitzt die Lippen und macht das Geräusch nach. Es klingt wie ein tiefes Muh einer Kuh. „Das sind meine Frösche," erklärt er „wenn sie diesen Laut machen, dann regnet es morgen Abend.“ „Aha“ sage ich und will wissen ob er auch hören kann wie stark der Regen sein wird. „Ach,“ antwortet er, „vielleicht zwanzig Minuten!“ Erst als ich unten in meiner Hütte bin höre ich das Geräusch auch. Allerdings klingt es für mich wie ein Esel. Geregnet hat es allerdings doch nicht.
 

Koh Jum ist in heller Aufregung. Morgen soll ein Thai-Boxing Kampf veranstaltet werden. Ein Highlight. Jeder verkauft die kleinen gelben Eintrittskarten. Dann der Abend der Kämpfe. In einer kleinen Ecke stehen Plastikstühle. Darauf sitzen ein paar Touristen. Vielleicht vierzig, schätze ich und denke: Die Farang Ecke. Um den Boxring herum stehen die Locals. Zunächst kämpfen die kleinsten. Wenn bei uns Fliegengewicht 60kg sind, dann sind die kleinen Jungs eher Mückenbabies. Dünn sind sie. Aber durchtrainiert. Die Erfahreneren von ihnen führen vor dem Kampf noch einen kleinen Tanz auf. Dann versteinert sich ihr Gesichtsausdruck. Konzentration und männliche Drohgebärde lese ich darin. Irgendwie putzig mit gerade sieben Jahren. Die Spannung steigt, dann tänzeln sie los, mit Boxhandschuhen so groß wie ihr kleines Köpfchen. Tritte und Harken schnellen durch die Luft. Oder treffen den Gegner. Manchmal weiß man nicht, ob über den Kämpfern der Schweiß fliegt oder die Mücken auf ihre Stechgelegenheit lauern. Auf jeden Fall reflektiert irgendwas im Scheinwerferlicht. In einer Pause werde ich dem Inselpolizisten vorgestellt und will wissen, wie viel er auf der Insel zu tun hat. „Kaum was,“ sagt er. Und fügt hinzu: „Hier ist ja zum Glück nichts los.“

Ich bin unterwegs mit Koh Jum Divers, der einzigen Tauchbasis auf der Insel. Eine kleine aber erfahrene Crew mit Verstand und Herz. Auf dem Boot ist nicht viel Platz. Wie herrlich. Wenn es sehr früh losgeht holen die Dive Master das Frühstück für alle bei einer Frau und ihrem Streetfood-Stand ab. Vera, Tauchlehrerin aus Irland ist für alle Tauchgänge mein Buddy. Sie ist ruhig, gelassen und ihr Charme würde einmal bis zum Mond und wieder zurück reichen. Sie strahlt eine felsenfeste Sicherheit aus, gerade für mich als Anfänger genial. Wir verstehen uns blendend, sehen wundervolle Gebiete und schöne Fische und erfreuen uns selbst an den kleinsten Dingen. Auch Graham, Gemma und Yop sind mit im Team und erobern alle schnell mein Herz und meinen Respekt. Angenehm familiär ist es mit Ihnen. Nach meinem letzten Tauchgang frage ich mich, warum das alles so ein rundes Bild abgibt. Und weiß schnell die Antwort: Koh Jum Divers passen einfach zur Insel wie die Faust auf's Augen. So entspannt, so freundlich und freundschaftlich, so gelassen.

Ich schwitze und mein Puls schlägt höher. Ganz stark muss ich mich konzentrieren und an das denken, was mein alter Fahrlehrer immer gesagt hat: „Wenn du mit dem Motorrad im Gelände bist musst du umdenken. Bei Gefahr: Gas geben. Nicht wie auf der Straße! Sonst fällst du hin“. Herr Schmidt aus Hameln war ein guter Lehrer. Seine Worte von vor 24 Jahren retten mir heute zumindest meine Haut. Denn ich bin mit einem kleinen Roller auf Erkundungsfahrt. 


Auf der Insel gibt es nur eine geteerte Straße. Mein Bungalow liegt allerdings nicht daran. Ihn erreicht man nur über eine gefährliche Sandstraße, voller Schlaglöcher und Geröll. Sie liegt an einem steilen Hang zum Meer. Fast wäre ich hingefallen, aber ich habe Gas gegeben. Danke, Herr Schmidt. Kop Khun Ka, Koh Jum.

Ich komme wieder.

 

Crop Over: Buntes Barbados


Vor mir wackeln pralle Popos und alles ist bunt. Die Musik dröhnt mit lauten Bässen, und mein Schweiß rennt mir in die Augen. Ich hätte ein Handtuch mitnehmen sollen. Aber ich lache, denn Lachen ist ansteckend. Wer mich infiziert sind die tausende Tänzer, die hier Po-schwingend und Busen-wackelnd an mir vorbeiziehen.

Sie sind spärlich aber glitzernd bekleidet und wollen nur das eine: feiern! Ihr Lachen wird breiter, ihr Tanz ekstatischer und die Sprünge höher als sie in Gruppen an der Jury vorbeiziehen.
 
Nein, ich bin nicht in Rio de Janeiro. Ich bin auf Barbados und was  aussieht wie Karneval ist mindestens genauso schön, aber bei uns weit weniger bekannt. Auf Barbados feiert man einmal im Jahr das Crop Over Festival. Ich hatte zuvor noch nie davon gehört. Und wer des Englischen mächtig ist, der ahnt: eigentlich war das mal ein Erntedankfest. Nur nicht so dröge wie bei uns. 

Barbados hat eine recht bunte, aber auch drückende Geschichte hinter sich. Sklaven wurden hier unter anderem zur Landarbeitgehalten. Das Zuckerrohr, heiß begehrtes Gut, wuchs hier in üppigen Massen und idealen Bedingungen. Und einmal im Jahr wurde seine Ernte gefeiert.

Das Johlen des Publikums wird lauter. Jetzt kommt das Lied das den ersten Platz gemacht hat. Denn jedes Jahr werden nicht nur die besten Tänzer, sondern auch das beste Calypso Lied für das Spektakel gekürt. Jedes Jahr tüfteln etliche Musiker daran den heißesten Sound zu kreieren. Dieses Mal hat es ein Sänger namens Grod geschafft. Der Rhythmus ist eingängig und natürlich handelt sein Lied „My rum“ von Sänger von Liebe, beziehungsweise von der enttäuschten. Grod beklagt, dass seine Frau ihn verlassen hat – aber ihm bleibt immerhin noch der (natürlich aus Zuckerrohr hergestellte) Rum. 

Apropos: obwohl die gesamte Insel an den drei Finaltagen des Crop Over Festivals im Prinzip nur feiert, kann ich mir auch abseits des Trubels einiges anschauen. Auf einer kleinen Safari durch die abwechslungsreiche Landschaft Barbados’ mache ich an einer der ältesten Rumbrennereien halt. Rum trinkt man hier im Prinzip den ganzen Tag. Ganz unschuldig kommt er daher, meistens als Rumpunsch mit allerlei Fruchtsaft vermischt. Ebenso scheinheilig schmeckt er: köstlich, süß und süffig. Aber er hat es faustdick hinter den Ohren. 

In der Brennerei von St. Nicholas Abbey Plantation trinke ich vorsichtig zunächst ein kleines Schlückchen, dann immer mehr und als ich durch die alten museumsähnlichen Kolonialräume schlendere und mir einiges zur Rumproduktion erzählt wird, setzt langsam aber sicher die Wirkung ein. Vollends allerdings merke ich das erst bei dem zweiten Becher. Aus Schlendern wird also Stolpern und Wanken. Huch.

Ich habe keine Ahnung wie die Einheimischen das hier machen. Feiern, Rum süppeln und tanzen – und das bei der Hitze. Denn Crop Over läuft sage und schreibe ganze zwei Monate, von Juni bis August. Am Finaltag dem Kadooment Day ist wirklich alles auf den Beinen und feiert. Die Straßen der kleinen Dörfer sind wie leer gefegt, alles stürmt nach Bridgetown, der Hauptstadt von Barbados. Nur die heimliche Königin von Barbados, besser bekannt unter dem Namen Rihanna, was dieses Mal abtrünnig. In den vergangenen Jahren kehrte sie zurück in ihre Heimat, mischte sich unter’s Volk, ließ die schmalen Hüften kreisen und sang laut mit. Der sich kreisende Popo vor meinen Augen gerade gehört einer anderen jungen Dame. Und er ist üppiger. Hier mag man das und das ist auch gut so.

Mehr Infos zum Crop over Festival gibt es hier. Die nächste Saison steht ja schon praktisch in den Startlöchern.

Auf die Reise wurde ich von der Barbados Tourism Authority eingeladen, mehr Infos zur Insel findet ihr auch dort.


Malta ist mehr

Das Knatschen ist ganz leise und begleitet die Bewegung des Meeres rhythmisch. Heute Nacht werde ich im Bett von rechts nach links gerollt, der Wind drückt die Wellen ausnahmsweise mal stärker in die Bucht als sonst. Ich bin auf einem Boot und bin entspannt wie nie. Ich bin in Malta.

Das Archipel im südliche Mittelmeer, das aus den drei Inseln Gozo, Comina und der namensgebenden Hauptinsel besteht, besuche ich im vergangenen Oktober zum ersten Mal. Und ich bin etwas verwirrt, weil die Straßen und Häuser wie eine eigenwillige Mischung aus Italien, Griechenland, Nordafrika und Spanien aussehen. Und die Menschen auch. Ihre bizarre Sprache klingt fremd und bekannt zugleich, manchmal meine ich sogar Holländisch aus dem Gemurmel herauszuhören. Wie gut dass die offizielle Sprache Maltas allerdings Englisch ist.

Bevor ich hier ankam, war ich schlichtweg genervt und so übel gelaunt, dass ich bei dem Gedanken an NOCH eine Reise schon weinerlich wurde. „Ich will nicht nach Malta“ jammerte ich am Abend vor meinem Abflug meinen Freunden die Ohren voll. Ich wollte einfach mal für ein paar Tage zu Hause bleiben, meinen zu hohen Puls schonen, auf der Couch fläzten und nix tun. Auch wenn meine Arbeit als Reisebloggerin schwer nach Traumjob aussieht – manchmal reist man eben zu viel...

Dann aber eben doch: Malta. Ruhig liegt das Boot im Hafen, meine lieben mitreisenden Blogger aus aller Welt haben schon die Kabinen aufgeteilt, ich bekomme eine kleine für mich alleine. An Deck warten ein kühler Weißwein und ein paar Snacks. Vorsichtshalber halte ich mich etwas mit dem Alkohol zurück, weil ich noch nicht abschätzen kann ob ich seekrank werde oder nicht.


Gefühlte zwei Tage - aber in Wirklichkeit nur wenige Stunden - später werde von Kaffeegeruch wach. Ich habe satte neun Stunden geschlafen, so lang udn tief wie schon ewig nicht mehr. Herrlich! Unser Skipper ist an Bord gekommen. Ein großer, seebäriger Mann: grau melierte Haare, sonnengebräunte Haut. Er stellt sich mir mit brummender Stimme als Steve vor während er in der großen Kombüse allerlei Essen verstaut. Ich sehe schon: Steve ist ein Hobbykoch, wie gut für uns. Wie im Wohnmobil ist auch auf dem Boot alles unglaublich praktisch eingerichtet. Die etlichen Tüten mit Obst, Gemüse, Wein, Käse und und und sind im Nu verstaut. Die über 12 Meter lange Segelyacht mit dem komischen und irreführenden Namen „Domina“ auf der ich die nächsten Tage und Nächte verbringen werde bietet enorm viel Platz und allen Komfort, den man sich wünschen kann. Sogar gleich zwei Duschbäder gibt es an Bord – und Kabinen für mindestens vier Personen.


Als ich bei Kaffee, Vitaminen und maltesischem Brot mit Rührei an Deck erfahre, was wir die nächsten Tage machen werden, strahle ich wie die Sonne am blauen Himmel. Unser Programm: Wir werden bis auf einen kurzen Ausflug über Gozo mit Klettertour und Mittagessen ausschließlich auf dem Boot sein. Und segeln. Und essen. Und schlafen. Mehr nicht.
Diese gute Nachricht ändert meine Stimmung vom Vortag in Berlin um 180 Grad. Genau das brauche ich jetzt! Wir legen ab und gleiten über das blaue Meer. Der Wind bringt eine frische Brise, die mir meine Nase durchpustet.

Die Oktober Sonne ist noch so stark, dass wir uns eincremen müssen. Und so sitze ich die nächsten Tage hinten am Deck, liege wie blöde vorne am Bug in der Sonne oder springe in eine der unfassbar blauen Buchten ins Wasser.




Wie ein Hündchen halte ich immer wieder meine Nase in den Wind, schlafe nachts wie ein Stein, glotze stundenlang auf’s Meer. Ab und an angelt Steve für uns einen der köstlichen lokalen Fische, abends wird gekocht, wir essen Salate und Fisch, trinken guten Wein, hören Musik und erzählen uns Geschichten. Es ist wie im Paradies und vor allem so anders, als ich noch vor wenigen Tagen gedacht hatte.

Seekrank bin ich übrigens nicht geworden, ganz im Gegenteil. Malta hat mich gesund gemacht, seegesund. So gesund, dass ich nach nur drei kurzen Monaten Malta-Abstinenz gerade erst vor zwei Wochen noch einmal an Bord der Domina war – ganz privat. Bei sonnigen 19 Grad, mitten im Europäischen Winter. Wieder mit Steve am Steuer, mit totaler Entspannung und ganz ohne Programm. Und das Knatschen und die sanften Wellen haben mich nachts wieder sanft in den Schlaf gebracht.

Kontakt zu Steve und mehr Bilder vom Boot gibt es hier auf seiner Webpage oder auf Facebook.


Meine erste Reise nach Malta im Oktober war Teil unserer iambassador Kampagne mit Visit Malta, meine Rückkehr nach Malta im Januar allerdings komplett privat.

Winterliches Illinois

Da ist er und schnuffelt. Rudolph. Das Rentier. Seine Nase ist zwar nicht wirklich rot, aber das ist egal, denn ich habe ihn endlich gefunden. Ich habe nämlich ein recht peinliches Faible für diesen albernen Weihnachtssong und stand schon einmal auf einer Bank vor dem Rockefeller Center zu Weihnachten und sang ihn aus voller Kehle. Meine Schwester trat beschämt beiseite und tat so, als kenne sie mich nicht. Und leider wurde mein romantisch gemeintes Konzert von einem Polizisten unterbrochen,  der mich recht brüsk mit den Worten „Mam, would you please stop and step down?“ und einem strengen Blick zurechtwies. Nun ja.
 

An das erinnere ich mich, als ich vor dem kleinen Rudolph stehe der eigentlich Itty-Bitty heißt und von den anderen Rentieren immer mies behandelt wird, weil er so klein ist. Natürlich verliebe ich mich unsterblich in das winzige Ding und streichle ihm das schnuppernde Näschen. Hier auf "Hardy’s Reindeer Ranch" geht es auch sonst sehr weihnachtlich zu, wenn man wie ich Amerikanische Weihnachten mag. In einem kleinen urigen Häuschen gibt es allerhand Tinnef zu kaufen und schon nach fünf Minuten bin ich vollends in Stimmung. Eigentlich hätte ich sogar noch einen Weihnachtsbaum schlagen können, aber es ist schon etwas spät und ich muss weiter eilen.

Wenige Meilen weiter werde ich eine Nacht in Champaign verbringen, das hört sich jetzt nach luxuriösen Bad an, ist aber eine hübsche Universitätsstadt mitten im Heartland der USA, im mittlerem Westen in Illinois. Auf meinem Roadtrip 2013 war ich schon einmal in diesem Staat, er ist von Landwirtschaft geprägt, die Millionenstadt Chicago liegt an seinem äußersten Rand.
Champaign entzückt mich sogleich, sehr festlich und keineswegs zu bunt sind die schönen alten und herrschaftlichen Häuser vor Weihnachten geschmückt, es funkelt und glitzert einfach überall. In meinem wirklich schönen Hotel "Homewood Suites" stimmt die Dekoration, sie ist einladend und geschmackvoll. Die kleine Innenstadt hat ebenfalls aufgefahren, rotgrün sind die auf alt getrimmtem Laternen geschmückt, goldene Lichter funkeln und die vielen Restaurants strahlen wohlige Gemütlichkeit aus. Ich gehe in die "Big Grove Tavern", die genau das auftischt was ich mag. „Farm-To-Table“ Comfort Food, das heißt bodenständige Gerichte, deren saisonale Zutaten aus der Region kommen. Köstlich.
 

Ein kleiner Spaziergang führt mich nach dem Essen durch die Straßen der Stadt, vorbei an gut gefüllten Restaurants, Cafés und Bars mit lokalem Bier.
Champaign lebt und scheint eine kleine Hipster Oase zu sein. Und auch deshalb muss es zum Absacker noch einen Dirty Martini in DER Bar ("Boltini Lounge") der Stadt sein.
Mir fallen zwar längt unkontrolliert die Augen zu, während ich noch einen kleinen Schluck von meinem starken Drink nehme, aber in einer Sache bin ich bei klarem Verstand: ich weiß, dass noch einmal nach Champaign reisen muss. Zwölf Stunden sind eindeutig zu wenig.

Das wird mir besonders klar, als ich am nächsten Vormittag auf die "Prairie Fruits Farm & Creamery
" fahre und dort die beiden Besitzer Wes und Leslie treffe. Die beiden stellen hier in Handarbeit unter anderem Ziegenkäse her, was für die USA sehr ungewöhnlich ist. Ihre Geschichte ist wieder einmal von der Sorte „speziell“. Beide sind gelernte Agrarwissenschaftler, die sich eines Tages in den Kopf gesetzt hatten, Pfirsiche anzubauen. Und irgendwie kamen dann auch noch Ziegen hinzu.
Ich darf kosten und alles schmeckt so köstlich, dass ich mich ordentlich mit den Waren der Farm eindecke. Nur das Eis das beide herstellen (interessanterweise haben beide eine Eis-Ausbildung in Bologna absolviert) war leider ausverkauft. Wieder ein Grund mehr noch einmal im Laufe des kommenden Jahres vorbeizuschauen. Und als sich von meinem letzten Roadtrip und meinem Besuch auf der Spence Farm erzähle, fallen letztlich alle in großes Gelächter. Man kennt sich selbstverständlich, die Welt ist so wahnsinnig klein und herzig. Heartland USA eben.

Danke an Discover Illinois für die Einladung!

Paradies? Gefunden!

Maafushivaru. Ich konnte den Namen wirklich kaum aussprechen, bis ich auf die Insel kam. Jetzt fällt es mir leicht, denn der Name der bezaubernden Malediven Insel wird für mich immer ein Synonym für das Wort Paradies bleiben. Im Prinzip bin ich während meiner 48 Stunden auf dieser Insel nur seufzend umhergetigert. Am Strand, unter Palmen, beim Essen. Selbst im und unter Wasser habe ich geseufzt. Vor Entzückung. Vor Fassungslosigkeit. Vor Glückseeligkeit. Und als am Abflugtag unser Seaplane Zubringer durch Unwetter in Male drohte so dermaßen zu spät zu kommen, dass wir unseren Rückflug nicht hätten antreten können, war ich auch nicht wirklich beunruhigt. Hier wäre ich gern gestrandet gewesen.


Denn Maafushivaru ist aus vielen Gründen wirklich bezaubernd: die Insel ist winzig, nein winzigst - die kleinste Malediven Hotel-Insel, auf der ich je war. Jeanny und ich hatten mächtig Glück und haben eine der Pool Villen für unsere zwei Nächte ergattert, das war natürlich der reinste Luxus – auch wenn das azurblaue Meer nur wenige Schritte von unserem Bett entfernt lag. Seufz.


Aber was noch viel besser ist: das Hausriff, in dem ich ein bisschen schnorcheln konnte und meine erste Begegnung mit einem Riffhai hatte, der sich aber auch gar nicht für interessierte –sondern ganz im Gegenteil schnell abzog, als hätte er Angst vor mir. Seufz.

Und dann das Essen: ich bin eigentlich kein großer Buffet-Fan, aber hier hat es mir nicht nur geschmeckt, ich war schlichtweg begeistert von der Auswahl und der Qualität der Speisen. Endlich gab es neben westlichen Leckereien auch wirklich scharfe Currys und Maledivisches Essen. Und endlich hervorragendes Sushi! Der Service war entsprechend herausragend  -  direkt nach unserer Ankunft wussten die Kellner schon unsere Namen und nach dem ersten Essen unsere Vorlieben. Seufz.
Der Hoteldirektor Ronald und seine Partnerin und Assistentin Marie haben uns umsorgt und sich persönlich gekümmert, als wären wir alte Freunde. Und nicht nur, weil wir auf der Insel gedreht haben - so wird hier jeder Gast empfangen und betüddelt.
Maafushivaru, mein absoluter Tipp für den perfekten Urlaub auf den Malediven!
Den Rest erzählen euch die Bilder, die ich selber stundenlang anschauen könnte...
Seufz.

PS: Das wäre dann auch mein wahnsinnig vernünftiger Tipp für Malediven Urlauber, die zu ihrem Hotel nur per Sea Plane gelangen.... wer auf Nummer sicher gehen will, bucht sich das Sea Plane entweder mit enorm viel Zeit zum eigentlichen Rückflug nach Hause ab Malé (um dann locker eine Verpätung von mehreren Stunden einzuplanen) ODER verbringt gleich eine Nacht vor Abflug im Flughafen Hotel, um wirklich nach Hause zu kommen. Es kommt nämlich recht oft vor, dass die Sea Planes von Malé nicht pünktlich starten können ...

Danke an das bezaubernde Resort Maafushivaru und Condor für die Einladung ins Paradies!